Pankreaskarzinom: Früherkennung am wichtigsten

    16. November 2017, 10:43
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    Bauchspeicheldrüsenkrebs ist die dritthäufigste Krebs-Todesursache – obwohl er nur vier Prozent der bösartigen Erkrankungen ausmacht

    Wien – Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs wären Fortschritte in der Frühdiagnose und in der Therapie besonders wichtig. Die Pankreaskrebs-Einheit des Comprehensive Cancer Center (CCC) von MedUni Wien und AKH verwies anlässlich des Welt-Pankreastumortags, der am 16. November stattfindet, auf diese Notwendigkeit.

    "Jeden Monat erkranken rund 120 Menschen in Österreich an einem Pankreaskarzinom, und fast gleich viele versterben daran. Dies liegt einerseits an der späten Diagnostik, andererseits an der aggressiven Biologie des Tumors, die sich nur schwer durch Therapien beeinflussen lässt. Somit stellt das Pankreaskarzinom bereits die dritthäufigste Krebstodesursache dar, obwohl diese Erkrankung nur vier Prozent aller neu diagnostizierten Krebserkrankungen ausmacht", heißt es vonseiten des CCC.

    Schlechte Prognose

    Die Prävalenz steigt und hat in den vergangenen 20 Jahren um etwa 50 Prozent zugenommen. Neue Errungenschaften in der chirurgischen und medikamentösen Therapie haben zwar die Behandlungsmöglichkeiten verbessert, die Fünf-Jahres-Überlebensraten konnten damit aber kaum gesteigert werden.

    Was besonders wichtig wäre: Eine erhöhte Aufmerksamkeit auf die Symptome, die auf die Erkrankung hindeuten wie Gelbsucht oder fortbestehende Oberbauch- oder Rückenschmerzen. Weiters brauche es eine rasche klinische, laborchemische und bildgebende Diagnostik – bei hochgradigem Krebsverdacht kurzfristige Computertomografie innerhalb von zehn Werktagen und schnelle Terminvergabe zur Bestätigung der Diagnose mittels Biopsie an einem spezialisierten Zentrum. Was laut den Experten noch notwendig wäre: Eine möglichst rasche Umsetzung einer adäquaten Behandlung wie medikamentöse Therapie (Chemotherapie) oder Operation, in Abhängigkeit vom Erkrankungsstadium (Therapieeinleitung bzw. Operation innerhalb von vier Wochen nach Erstbesuch in einer Spezialambulanz).

    Schließlich wären eine verständliche Information der Betroffenen und Angehörigen über Diagnose und geplante Behandlungsmaßnahmen notwendig. Wegen der Komplexität von Diagnose und Therapie sollten Pankreaskarzinompatienten ausschließlich an dafür spezialisierten Zentren behandelt werden, betonen die Spezialisten des CCC. (APA, 16.11.2017)

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