Rosy Abate umbringen

Einserkastl14. November 2017, 18:00
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Der Mensch des 21. Jahrhunderts hat noch immer so seine Schwierigkeiten mit Fiktion und Realität

Zu Halloween 1938 wurde in den USA Orson Welles' Hörspiel "The War of the Worlds" ausgestrahlt: Die Handlung – eine Invasion von Außerirdischen – hielten manche Zuhörer für bare Münze und verfielen in Panik. Naivität eines noch nicht an neue Medienformate gewöhnten Publikums? Na ja, die folgende – wahre – Begebenheit bestätigt den Eindruck, dass auch der Mensch des 21. Jahrhunderts, der in einer von virtuellen Eindrücken durchfluteten Welt lebt, noch immer so seine Schwierigkeiten mit Fiktion und Realität hat. Oder vielleicht sogar wieder mehr als früher?

Die Filmemacher in Hollywood wissen jedenfalls, warum sie Telefonnummern in der Regel mit 555 beginnen lassen: Hallo, nicht echt! In der Mafia-Soap "Rosy Abate" (aus einem Mafia-Clan stammende junge Frau beginnt neues Leben), gesendet am Sonntagabend in Italien, wurde diese Vorsichtsmaßnahme vernachlässigt, eine auf einem Zettel gezeigte Telefonnummer gab es wirklich.

Ein Paar aus Domodossola erlebte daraufhin die spukigste Nacht seines Lebens: Ihr Telefon – sie besitzen die Nummer seit 13 Jahren – hörte nicht auf zu klingeln. Vom freundlichen Tratsch über die Mafia-Verwandtschaft bis zu Todesdrohungen, "Ich bringe dich um, Rosy Abate!", gab es alles. Ein paar anrufende Schlaumeier wussten immerhin, dass sie sich nicht in einer real existierenden Handlung befinden: Sie wollten nur einen Job am Set. (Gudrun Harrer, 14.11.2017)

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