Nadal nach Ausstieg bei Finals: "Es hat keinen Sinn"

    14. November 2017, 12:52
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    Nadal wehrte sich gegen Niederlage und Verletzung und wünschte "Schöne Weihnachten" – Thiem nun gegen Carreno Busta

    London – Er stemmte sich mit all seinem Kampfgeist gegen die Niederlage, aber noch viel mehr gegen seine Schmerzen: Rafael Nadal hat am Montagabend nach einer 6:7 (5), 7:6 (4), 4:6-Niederlage gegen den Belgier David Goffin bei den ATP Finals in London seine Saison beendet. Der 31-Jährige, der gerne erstmals beim Saisonfinale triumphiert hätte, musste einer Knieverletzung Tribut zollen.

    "Meine Saison ist vorbei. Ich hatte ein Commitment mit dem Turnier, dieser Stadt und mit mir selbst und ich habe alles probiert", erklärte Nadal. Doch die Schmerzen waren in diesem Spiel zu groß. "Es war ein Wunder, dass ich das Match so eng gestalten konnte. Es macht wirklich keinen Sinn", gestand der Mallorquiner.

    Nadal: "Ich hatte eine großartige Saison"

    Nadals Antreten war schon vor Turnierbeginn wegen jener Knieverletzung fraglich gewesen. Die Entscheidung ist übrigens nicht mit der Niederlage begründet. "Ich habe das schon während des Spiels entschieden, auch wenn ich gewonnen hätte. Ich glaube wirklich, dass ich es nicht verdient habe, nach einer so tollen Saison noch zwei Tage mit so schlimmen Gefühlen auf dem Platz zu verbringen", sagte der zehnfache French-Open-Sieger, der in diesem Jahr sechs Titel geholt hat. Schon vor London hatte er sich die Nummer-eins-Position zum Jahresende gesichert.

    Er sei natürlich enttäuscht, aber er werde nicht weinen. "Ich hatte eine großartige Saison. Danke, schöne Weihnachten euch allen", sagte Nadal mit einem Lächeln zur Journalistenschar. Statt Nadal wird nun in der Gruppe "Pete Sampras" Ersatzmann Pablo Carreno Busta spielen. Dieser ist wiederum der nächste Gegner von Dominic Thiem am Mittwoch. Zum ersten Duell Thiem – Nadal, das nicht auf Sand stattfindet, kommt es damit frühestens 2018.

    Goffin: "Es war so schwer, das Match zu beenden"

    Für den als Nummer sieben gesetzten David Goffin war der Sieg über Nadal nach 2:37 Stunden aber trotzdem einiges wert. Goffin, der im dritten Aufeinandertreffen mit dem Topstar aus Spanien den ersten Sieg feierte, war noch auf dem Court überglücklich. "Er ist einer der mental am stärksten Spieler auf der Tour. Es war so schwer, das Match zu beenden", gestand Goffin, der schon im zweiten Satz vier Matchbälle vorgefunden hatte. "Ich bin so glücklich, dass ich dann endlich den Schlüssel gefunden habe, zu gewinnen. Und das mir das hier beim Masters gelungen ist, war besonders speziell."

    Das Match entwickelte sich von Beginn weg zu einer Hochschaubahn. Nadal geriet gleich einmal mit 1:3 in Rückstand, schaffte aber das Rebreak zum 3:3. Bei 6:5 durchbrach der Außenseiter aus Belgien neuerlich den Aufschlag des Weltranglisten-Ersten, Nadal rettete sich mit einem weiteren Rebreak ins Tiebreak. In diesem nutzte Goffin dann bei 6:5 seinen ersten Satzball.

    Neuer Gegner für Thiem

    Im zweiten Durchgang gelang Goffin das Break zum 5:3 und bei 5:4 hatte Goffin seinen ersten Matchball bzw. bei 6:5 und 0:40, Aufschlag Nadal gleich drei weitere. Nadal zeigte aber seinen Willen und gerade im Lichte der Enthüllungen danach, seine hohe Professionalität. Er wehrte auch diese Matchbälle ab, und gewann in der Folge selbst das Tiebreak mit 7:4. "Er hat bei den Matchbällen wirklich sehr stark gespielt und ich wollte im dritten einfach nur weiterspielen", erinnerte sich Goffin.

    Im dritten Durchgang zog Goffin mit einem Doppel-Break auf 4:1 davon. Nadal, der immer unrunder lief, gelang noch ein Rebreak zum 2:4. Doch dann servierte Goffin mit dem 14. Ass und dem fünften Matchball aus. Er trifft nun am Mittwoch auf Thiem-Bezwinger Grigor Dimitrow.

    Damit musste sich Thiem auf einen neuen Gegner einstellen. Der Weltranglisten-Zehnte Pablo Carreno Busta ist für den Weltranglisten-Vierten in der Vergangenheit in sechs Begegnungen nur einmal zum Stolperstein geworden. Thiem könnte mit einem Sieg am Mittwoch die Chance aufs Halbfinale aufrechterhalten. (APA, 14.11.2017)

    • Rafael Nadal: "Es war ein Wunder, dass ich das Match so eng gestalten konnte."
      foto: reuters/tony o'brien

      Rafael Nadal: "Es war ein Wunder, dass ich das Match so eng gestalten konnte."

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