Kärntner Metallverarbeiter Modine wird geschlossen

14. November 2017, 18:38
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150 Mitarbeiter verlieren mit Jahresende ihre Jobs

Wien – Nach Bekanntwerden der Schließung des Modine-Werks in Kötschach-Mauthen/Kärnten, wenige Wochen vor Weihnachten, fand am Dienstag eine Betriebsversammlung statt. Die Hälfte der 150 Mitarbeiter des Unternehmens für Technologien im Bereich Kühler- und Klimatechnik, die gekündigt werden, sind über 50 Jahre alt. Der Schock unter den Mitarbeitern ist groß, sagte Bürgermeister Walter Hartlieb zum ORF Kärnten. "Die meisten sind sprachlos und wissen nicht, wie es momentan weiter gehen soll."

Betroffenen von der Schließung seien auch viele Ehepaare, die in dem Betrieb arbeiten, immerhin gebe es ja das Werk ja bereits seit 40 Jahren, so Hartlieb. Er habe mit der regionalen Firmenleitung gesprochen, aber das Signal bekommen, dass die amerikanische Konzernleitung nicht an Gesprächen interessiert sei. Er wolle aber nicht locker lassen und gemeinsam mit Vertretern des Landes Kärnten die Firma dazu bewegen etwas für eine soziale Lösung einzubringen, so Hartlieb. Das Modine-Werk will bereits am kommenden Freitag seinen Standort schließen. Die Nachricht von der Schließung habe auch das Arbeitsmarktservice (AMS) "negativ überrascht", wie Peter Wedenig vom AMS am Dienstag sagte. Eine Umschulung der Mitarbeiter über eine Arbeitsstiftung, zum Beispiel in den Pflegebereich, sei aber durchaus möglich, so Wedenig. Das Land startete bereits Verhandlungen mit Modine, damit eine Arbeitsstiftung für die betroffenen Mitarbeiter eingerichtet werde.

Kärntens Wirtschaftskammer-Präsident Jürgen Mandl bedauert die Entwicklung, da die ehemalige Tochter der italienischen Firma Luvata erst im Vorjahr durch den US-Konzern übernommen worden sei und schon 2013 ein Teil der Belegschaft ihre Arbeitsplätze verloren hatte. "Einen metallverarbeitenden Lohnfertigungsbetrieb in einem europäischen Hochpreisland zu halten, sei eine Gratwanderung. "Wenn dann noch eine KV-Lohnerhöhung von drei Prozent und die soeben beschlossene Angleichung von Arbeitern und Angestellten dazu kommt, wird der Kostenfaktor Lohn einfach zu hoch", sagt Mandl. (red, 14.11.2017)

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