Wie Klimapolitik in Österreich versagt: Am Beispiel der Wiener Linien

    Kommentar13. November 2017, 17:44
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    Österreich marschiert in die falsche Richtung

    Lange hat es nicht gedauert. Eineinhalb Jahre nach Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens von 175 Staaten rücken die Ziele der Vereinbarung, die den Klimawandel eindämmen sollten, in weite Ferne. Der weltweite CO2-Anstieg dürfte heuer – nach drei stabilen Jahren – erneut in die Höhe schnellen. Die Wissenschaftergruppe Global Carbon Project geht davon aus, dass Kohlendioxidemissionen aus fossilen Brennstoffen und der Industrie um etwa zwei Prozent steigen werden.

    Während die Emissionen in Europa leicht gesunken sind, bewegt sich Österreich in die entgegengesetzte Richtung: Statt drei stabilen Jahren steigen die CO2-Emissionen in Österreich seit 2014 wieder an. Und während sich Experten auf der in Bonn stattfindenden Klimakonferenz immerhin in E-Bussen herumchauffieren lassen, wird hierzulande weiter in fossile Energieträger investiert.

    Ein Beispiel ist die 155-Millionen-Euro-Investition in die neue Busflotte der Wiener Linien. Lediglich zwölf der rund 430 Fahrzeuge, die bis 2019 ausgeliefert werden, kurven mit Elektroantrieb herum. Der Rest fährt mit Diesel.

    Das Beispiel zeigt, dass Österreich in die falsche Richtung marschiert. Wohl ist die Alpenrepublik bei ihrem Marsch auf dem Holzweg keineswegs allein: China und Indien sind nach wie vor Emissionsschwergewichte. Österreich hat aber – gerade durch die starke Konjunktur – Möglichkeiten, klimafreundliche Investitionen zu tätigen. (Nora Laufer, 13.11.2017)

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