Nordkoreanischer Soldat in den Süden geflohen

13. November 2017, 12:35
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Der Mann wurde in der entmilitarisierten Zone von einem Grenzsoldaten angeschossen

Seoul/Pjöngjang – Ein verletzter nordkoreanischer Soldat hat sich nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Seoul nach Südkorea abgesetzt. Er sei von einem Grenzposten aus geflohen und von nordkoreanischen Soldaten angeschossen worden, teilte das Ministerium am Montag mit.

Der Überläufer sei auf der südlichen Seite des Grenzortes Panmunjom entdeckt worden, rund 50 Kilometer südlich der Demarkationslinie, die die beiden koreanischen Staaten trennt. Er sei mit einem Hubschrauber in ein Lazarett des UN-Kommandos gebracht worden, es habe keinen Schusswechsel zwischen Nord- und Südkorea gegeben. Wie schwer die Verletzungen des geflohenen Soldaten sind, war zunächst unklar.

Seltene Flucht

Der Soldaten entfernte sich den Angaben zufolge von einem Posten auf nordkoreanischer Seite in Panmunjom, das innerhalb der demilitarisierten Zone (DMZ) zwischen beiden Ländern liegt. Es ist der einzige Ort an der über 240 Kilometer langen und vier Kilometer breiten Pufferzone, an dem sich Soldaten beider Länder direkt gegenüberstehen.

Es flüchten gelegentlich nordkoreanische Soldaten über die Grenze nach Südkorea. Doch ist es selten, dass sich dabei ein Wachposten auf der nördlichen Seite von Panmunjom absetzt. Aus dem weitgehend abgeschotteten Norden der koreanischen Halbinsel fliehen jedes Jahr zahlreiche Menschen vor Hunger und Unterdrückung. In den meisten Fällen fliehen Nordkoreaner über die Grenze nach China. Viele von ihnen gelangen über dritte Länder nach Südkorea. Dass Nordkoreaner über die schwer bewachte Landgrenze in den Süden gelangen, ist selten. Zuletzt war dies im Juni einem Nordkoreaner gelungen.

Kein Friedensvertrag

Die beiden Staaten haben nach Ende des Korea-Krieges 1950 bis 1953 keinen Friedensvertrag geschlossen und befinden sich damit formell im Kriegszustand. Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel und in der gesamten Region haben sich durch mehrere Atom- und Raketentests der nordkoreanischen Führung massiv erhöht. Anfang September hatte Nordkorea seine sechste und bisher mächtigste Atombombe getestet. Gegen Nordkorea wurden deshalb mehrfach UN-Sanktionen verhängt, das verarmte Land ist international weitgehend isoliert. (APA/Reuters, 13.11.2017)

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