Russland-Affäre: Trump rückt von Trump-Äußerungen ab

    12. November 2017, 17:20
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    Zunächst traute der US-Präsident Moskau mehr als den US-Geheimdiensten – Dann wieder nicht

    Hanoi/Manila – Nicht einmal 24 Stunden stand Donald Trump zu seiner eigenen Aussage. Am Samstag verkündete der US-Präsident noch, dass er seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin glaube, wenn er Vorwürfe der US-Geheimdienste bestreite, wonach sich Russland zu Trumps Gunsten in den Präsidentschaftswahlkampf eingemischt habe. Auf dem Flug von Da Nang, wo sich Trump und Putin am Rande des Apec-Gipfels kurz getroffen hatten, in die vietnamesische Hauptstadt Hanoi sagte Trump, Putin habe abermals eine Einmischung bestritten. "Jedes Mal, wenn er mich sieht, sagt er: 'Ich habe das nicht getan', und ich glaube wirklich, dass er das meint, wenn er das sagt."

    Am Sonntag ruderte Trump allerdings zurück: Er habe großes Vertrauen in die US-Geheimdienste, er glaube den Geheimdiensten sehr, "vor allem, wie sie jetzt geführt werden – von guten Leuten". Trump gehe aber davon aus, dass Putin davon überzeugt sei, "dass sich Russland nicht in die Wahl eingemischt hat".

    Von Putin angeordnet

    CIA, FBI und andere Dienste waren bereits im Jänner zu dem Schluss gekommen, Putin habe eine Beeinflussung des US-Wahlkampfs angeordnet. So sollen Hacker E-Mails von Trumps demokratischer Konkurrentin Hillary Clinton ausgespäht und veröffentlicht haben. Zudem soll im Auftrag Russlands Anti-Clinton-Propaganda in sozialen Netzen verbreitet worden sein.

    Die Vorwürfe rund um mögliche Absprachen zwischen Russland und Trumps Wahlkampfteam werden mittlerweile von US-Sonderermittler Robert Mueller untersucht. Offenbar geht es aber auch um die Türkei: Dem Wall Street Journal zufolge habe es auch Überlegungen gegeben, wonach der frühere Nationale US-Sicherheitsberater Michael Flynn und sein Sohn bis zu 15 Millionen Dollar (12,9 Millionen Euro) für die Ergreifung und Auslieferung des Predigers Fethullah Gülen erhalten sollten. Ankara wies die Vorwürfe zurück. Die türkische Regierung macht den in Pennsylvania lebenden Gülen für den Putschversuch im Juli 2016 verantwortlich.

    Provokante Tweets

    In der Beziehung mit Russland sprach Trump nach seinem Treffen mit Putin am Samstag auf Twitter von "Fortschritten". Ein gutes Verhältnis sei "eine gute, keine schlechte Sache", vor allem im Streit mit Nordkorea über dessen Atomprogramm.

    In einem weiteren Tweet betonte Trump, sich sehr zu bemühen, mit Nordkoreas Machthaber befreundet zu sein. "Warum sollte Kim Jong-un mich beleidigen, indem er mich 'alt' nennt, wenn ich ihn NIE als 'klein und fett' bezeichnen würde?" Keine drei Stunden später sagte Trump auf einer Pressekonferenz in Hinblick auf Nordkorea: "Wir wollen Fortschritt, keine Provokationen." (red, Reuters, 12.11.2017)

    • Donald Trump: Abreise aus Hanoi, nächster Stopp Manila.
      foto: reuters / minh hoang

      Donald Trump: Abreise aus Hanoi, nächster Stopp Manila.

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