Duell der 22-Jährigen: Vlhova macht Shiffrin nervös

    12. November 2017, 13:26
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    Erfolgsverwöhnte US-Amerikanerin spürt Druck – Kampfansage der Slowakin: "Nun bin ich auch schnell" – Drei ÖSV-Damen im Levi-Slalom unter ersten zwölf

    Levi – Skirennläuferin Mikaela Shiffrin hat sich eindeutig schon wohler gefühlt. Zweite Plätze sind nicht nach dem Geschmack der 22-jährigen US-Amerikanerin, sie sich die Vorherrschaft im Slalom möglichst schnell wieder zurückholen will. Wie im letzten Rennen der alten Saison in Aspen musste sich die Gesamtweltcupsiegerin auch im ersten der neuen in Levi der Slowakin Petra Vlhova geschlagen geben.

    Schon beim nächsten Rennen hofft sie, das Blatt wieder zu wenden. Vor Heimpublikum in Killington will Shiffrin ihren gesamt 32. Weltcupsieg, den 26. im Spezialslalom erringen. "Ich werde hart arbeiten", betonte die Olympiasiegerin, Weltmeisterin und Kugelgewinnerin. Sie will im Olympiawinter neben den Technik- auch in den Speedbewerben angreifen und beschritt so in der Vorbereitung neue Wege, was vielleicht etwas auf Kosten der Slalom-Dominanz gegangen sein könnte. Nicht zu gewinnen, mache sie nervös, so gefordert zu werden, setze sie unter Druck. "Anders ist es mir lieber."

    Vom gemeinsamen Training in Levi wusste Shiffrin, dass ihr da eine harte Gegnerin in ihrer Paradedisziplin blüht. "Ich habe sie stark und schnell erwartet. Sie ist auch mental stark. Ich erwarte, dass das ein wirklich cooler Fight in diesem Jahr zwischen uns wird." Vlhova will ihrem dritten Weltcupsieg noch schnellstmöglich viele folgen lassen. "Mikaela ist immer schnell. Aber nun, nun bin ich auch schnell", meinte die ebenfalls 22-Jährige.

    Fünf ÖSV-Läuferinnen in Punkterängen

    Von den zehn Österreicherinnen punkteten fünf. Die im Vorjahr Besten im Torlauf, Bernadette Schild und Katharina Truppe, waren bereits im ersten Durchgang ausgeschieden. Unterm Strich kam ein überraschender achter Platz für Stephanie Brunner heraus, ein elfter für Michaela Kirchgasser, die von einem erfolgreichen Comeback sprechen durfte, und ein bestes Karriereergebnis für die zwölftplatzierte Katharina Huber, die sich erst im letzten Moment für Levi qualifiziert hatte.

    Kristallkugelverteidigerin Shiffrin reist als Gesamtweltcupführende zu den Rennen in die USA, Brunner ist mit den Plätzen vier im Sölden-Riesentorlauf und nun acht im Levi-Slalom Fünfte. "Ich habe viel weniger Slalom trainiert als sonst, aber ich habe die Tage wirklich super gut genützt, ich hatte immer beste Verhältnisse und das Beste rausgeholt." Sie hofft nun, sich mit der Startnummer rasch in die Top 30 zu verbessern – in Levi hatte sie 53.

    Vorbereitung auf Killington

    Für Brunner ging es am Sonntag zurück in die Heimat, nach zwei bis drei Tagen Pause hofft sie auf gutes Training im Zillertal. "Kabdalis war auch eine Option, aber daheim haben wir bessere Trainingsmöglichkeiten für den Riesen, da haben wir in Schweden nicht den perfekten Hang."

    Der Flug in die USA zu den Killington-Rennen geht am 20. November. Ein Teil der Technikerinnen, wie Huber, bleibt davor allerdings noch im Norden und fährt zurück nach Kabdalis, wo schon vor Levi gearbeitet wurde. Die 22-jährige Huber war von sich selbst überrascht, dass ihr die flachen Passagen zweimal so gut aufgingen. "Das macht Lust auf mehr, so kann es jetzt weitergehen."

    Bereist am Sonntag hob für Kirchgasser der Flieger nach Amerika ab. "Ein bisschen mit den Speed-Mädels in Copper Mountain fahren", stand für die im Frühling an beiden Knien operierte Salzburgerin auf dem Programm. Was den Slalom betrifft sei für sie wichtig, jetzt im Training ans Limit zu kommen, die Rennlinie zu suchen und sich immer mehr zuzutrauen. "Das geht aber definitiv mit den Rennen leichter, weil dann das Adrenalin mehr da ist." (APA, 12.11.2017)

    • Mikaela Shiffrin hätte sich ihren Auftritt in Levi bestimmt etwas anders erhofft.
      foto: ap/ giovanni auletta

      Mikaela Shiffrin hätte sich ihren Auftritt in Levi bestimmt etwas anders erhofft.

    • Siegerin Petra Vlhova hatte leicht lachen.
      foto: ap/ giovanni auletta

      Siegerin Petra Vlhova hatte leicht lachen.

    • Die Geschlagenen (Shiffrin und Wendy Holdener) suchten Trost.
      foto: ap/ giovanni auletta

      Die Geschlagenen (Shiffrin und Wendy Holdener) suchten Trost.

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