Twitter: Berliner Polizei zeigte Wohnhaus von 13-jährigem Verdächtigen

12. November 2017, 09:14
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Der Jugendliche soll seinen Laserpointer auf einen Polizeihubschrauber gerichtet haben; Datenschutzbeauftragte riet zu Löschung des Tweets

Die Berliner Polizei steht wegen einer Datenschutzverletzung auf Twitter unter heftiger Kritik. Auf dem offiziellen Account war Mitte September ein Foto veröffentlicht worden, auf dem zu sehen ist, wie jemand aus einem Wohnhaus einen Laserpointer benutzt. Das Bild soll zeigen, wie ein 13-Jähriger einen Polizeihubschrauber mit dem Gerät blendet. Die Polizei veröffentlichte das Foto mit der Zeile "Jetzt wissen wir, wo du wohnst"; außerdem wurde der Bezirk Neukölln angegeben.

Klar erkennbar

Das Wohnhaus war auf dem Tweet klar erkennbar. Die Polizei veröffentlichte de Facto damit die Adresse eines Verdächtigen. Datenschutzaktivisten haben eine Stellungnahme bei der Berliner Datenschutzbeauftragten angeregt. Dort hieß es, dass der Tweet "sehr problematisch" sei, "weil anhand bestimmter Anhaltspunkte auf dem Foto nicht ausgeschlossen ist, dass inbesondere von Ortskundigen ein Personenbezug hergestellt werden kann."

Löschung

Die Polizei verwies dann auf die "geringe Auflösung des Fotos", berichtet Netzpolitik.org. Mittlerweile wurde der Tweet aber wieder entfernt. Die Nutzung von Social Media durch Polizeibehörden erwies sich schon öfter als Gratwanderung. So wird in sozialen Medien ein humorvoller Ton geschätzt, allerdings können (auch unabsichtliche) Datenschutzverletzungen durch diese Accounts drastische Folgen für Betroffene haben. (red, 12.11.2017)

  • Dieser Tweet sorgte nun für heftige Kritik an der Berliner Polizei
    foto: screenshot/via netzpolitik.org

    Dieser Tweet sorgte nun für heftige Kritik an der Berliner Polizei

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