Gastronomie will keine Kalorienangaben in den Speisekarten

Kolumne11. November 2017, 08:00
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In den USA sind bald Kalorienangaben in allen Speiskarten zu finden. Eine solche Regelung lehnt die heimische Gastronomie ab

Kein Zuckerschlecken für Kleinkinder: Alete, ein Hersteller für Babynahrung, ändert das Etikett seiner "babygerechten" Kekse. Nachdem die Organisation Foodwatch das Unternehmen mit dem Negativpreis "Goldener Windbeutel" auszeichnet hatte, musste Alete eingestehen, dass ein Keks mit 25 Prozent Zuckeranteil nicht ganz "babygerecht" ist. Man hätte dieses Wort falsch verstanden, entschuldigte sich der Konzern.

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Auf Kalorienzählen haben heimische Hoteliers und Gastronomen keine Lust. Sie bangen, dass die EU eine ähnliche Regelung wie die USA einführen wird. Ab Mai 2018 müssen Speisekarten im Land der Burger mit Kalorienangaben versehen werden. Der Bundesobmann der Sparte Gastronomie in der Wirtschaftskammer fürchtet nicht den Tod seiner Gäste durch Herzinfarkt, vielmehr wäre das "der Tod der gesunden und regionalen Küche", weil frische Speisen unterschiedliche Portionsgrößen haben.

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Nur gut, dass Österreicher auch gerne zum Obst greifen: Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Integral sind Äpfel hierzulande nach wie vor die beliebteste Obstsorte. Neun von zehn Konsumenten greifen dabei zu heimischen Sorten. Vielleicht schafft die Banane nächstes Jahr Platz eins: Nachdem die Ernte frostbedingt in manchen Regionen ausgefallen war, könnten Apfelpreise bald steigen. (lauf, 11.11.2017)

  • Ab Mai 2018 müssen Gastronomen in den USA in ihren Speisekarten Kalorienangaben machen.
    foto: reuters/brendan mcdermid

    Ab Mai 2018 müssen Gastronomen in den USA in ihren Speisekarten Kalorienangaben machen.

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