Anschlagsversuch in Istanbul: Österreicherin in türkischer Haft

    10. November 2017, 16:37
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    Botschafter mit türkischen Behörden in Kontakt

    Istanbul/Wien – Bei Razzien nach einem Anschlagsversuch auf ein Einkaufszentrum in Istanbul ist eine Österreicherin festgenommen worden. Sie befinde sich noch in Haft, bestätigte der Sprecher des Außenministeriums, Thomas Schnöll, unter Berufung auf Angaben türkischer Behörden am Freitag gegenüber der APA. Der österreichische Botschafter in Ankara sei mit den türkischen Behörden in Kontakt.

    Insgesamt wurden bei den Razzien in acht türkischen Provinzen am Tag der Republik Ende Oktober 143 mutmaßliche Anhänger der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) festgenommen. Davor hatte die Polizei in der Tiefgarage des Kaufhauses im Istanbuler Stadtteil Arnavutköy ein Auto mit dutzenden selbstgebastelten Bomben entdeckt. Per Fernzündung hätten diese gesprengt werden sollen.

    Mehr als 100 Verdächtige festgenommen

    Von den neuen Razzien gegen die Terrormiliz sind nach derzeitigem Stand keine Österreicher betroffen. Allein am Freitag wurden nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu mehr als 100 Verdächtige in mehreren türkischen Städten festgenommen.

    Unter den insgesamt 109 Festgenommenen seien 93 Ausländer, meldet Anadolu nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa. Bei elf Verdächtigen soll es sich um Syrer handeln, zur Herkunft der anderen Ausländer machte Anadolu keine Angaben. Erst am Donnerstag hatten Sicherheitskräfte mehr als 100 Festnahmen bei Razzien gegen den IS in Ankara bekanntgegeben.

    Türkei verstärkt Vorgehen gegen IS-Zellen

    Die türkischen Behörden gehen seit Wochen verstärkt gegen mutmaßliche IS-Zellen vor, hunderte Verdächtige wurden festgenommen. Die Türkei wurde seit 2015 wiederholt von blutigen IS-Anschlägen erschüttert.

    Zuletzt stürmte ein IS-Attentäter in der Neujahrsnacht den schicken Istanbuler Nachtclub "Reina" und erschoss 39 Menschen. Der mutmaßliche Täter wurde später gefasst und soll am 11. Dezember vor Gericht kommen. Seitdem gab es zwar keine größeren IS-Anschläge mehr, doch bleibt die Lage angespannt. (APA, 10.11.2017)

    • Türkische Spezialkräfte durchsuchen ein Haus bei einer Razzia gegen verdächtige IS-Mitglieder am Freitag in Adana.
      foto: afp/dogan news agency/string

      Türkische Spezialkräfte durchsuchen ein Haus bei einer Razzia gegen verdächtige IS-Mitglieder am Freitag in Adana.

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