Handel startet Kampagne gegen ausländische Online-Anbieter

    10. November 2017, 16:07
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    Kunden sollen bei österreichischen Fachhändlern einkaufen statt bei ausländischen Online-Giganten

    Wien – Der heimische Fachhandel für Elektrogeräte startet eine Kampagne, um die Kunden nicht an ausländische Online-Riesen zu verlieren. "Kauft wird zhaus" – mit dieser Ansage wirbt das Bundesgremium Elektro- und Einrichtungsfachhandel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) ab sofort für den österreichischen Fachhandel. Denn immer mehr werde beim ausländischen Online-Handel eingekauft.

    Der österreichische Elektrohandel hat im Jahr 2016 einen Umsatz von 4,95 Milliarden Euro erzielt. Wichtigste Umsatzbringer sind die Bereiche IT/EDV mit 1,32 und Telekommunikation mit 1,25 Milliarden Euro. Mit großen Haushaltsgeräten wie Geschirrspülmaschinen, Waschmaschinen und – trocknern sowie Kühl- und Kochgeräten wurden 900 Millionen Euro umgesetzt, mit Heimelektronik 800 Millionen.

    Allerdings kaufen immer mehr Kundinnen und Kunden bei "ausländischen Online-Giganten" wie Amazon & Co. Der Anteil des ausländischen Versandhandels belaufe sich mit rund 820 Millionen Euro mittlerweile auf 16 Prozent, die Tendenz sei weiter steigend.

    Beratung und Betreuung

    Die heimischen Elektrofachhändler setzen für die Kampagne auf ihre Mitarbeiter, die persönliche Beratung und Betreuung. "Wer langen Warteschleifen bei Hotlines, anonymen Beratungen und wenig bis gar keinem Service aus dem Weg gehen will, sollte z'haus kaufen und die vielen Vorteile der heimischen Fachgeschäfte genießen. Bei einem Internetportal bin ich eine anonyme Nummer. Beim Fachhändler werde ich persönlich und professionell beraten", betont der Obmann des Bundesgremiums, Wolfgang Krejcik.

    Im Online-Handel bleibe nicht nur der Kundenservice auf der Strecke, es fließen auch Steuergelder und Kaufkraft aus Österreich ab. "Wir wissen, dass Konsumenten sich oft in Fachgeschäften genau informieren, dann aber online gehen, um einen besseren Preis zu erhalten – was oft gar nicht stimmt." Auf lange Sicht wirke sich das negativ auf die Qualität der Fachgeschäfte aus und gefährde Arbeitsplätze. Auch im Internet sollten Konsumenten darauf achten, bei heimischen Händlern zu bestellen und nicht bei ausländischen Online-Giganten.

    Singles Day und Cyber Monday

    Gerade im Weihnachtsgeschäft ist die Konkurrenz groß, denn auch die Online-Anbieter versuchen mit Aktionstagen zu punkten. Etwa am 11. November, auch bekannt als "Singles Day", der besonders bei Jugendlichen immer beliebter wird. Neben Partys und Veranstaltungen für Alleinstehende ist der Singles Day zum größten Onlineshopping-Tag der Welt geworden. Vor allem in Asien ist es der populärste Aktionstag. Der chinesische Onlineshopping-Gigant Alibaba verbuchte etwa vergangenes Jahr einen Rekordumsatz von mehr als 14,3 Milliarden US-Dollar.

    Heimische Händler versuchen eher vom "Black Friday" am 24. November sowie vom "Cyber Monday" am 27. November zu profitieren. Jeder Vierte Österreicher geht an diesen beiden Tagen auf Schnäppchenjagd, wie eine Consumer Check Umfrage im vergangenen Jahr ergeben habe, berichtet der Handelsverband. "Aktionstage wie der Singles Day, Black Friday und Cyber Monday verbinden klassisches Shopping mit einer Erlebnisstimmung, sie laden den Einkauf also emotional auf", erklärt dessen Geschäftsführer Rainer Will. (APA, red, 10.11.2017)

    • Online ist okay, solang es sich um heimische Anbieter handelt, meint das WKÖ-Bundesgremium Elektro- und Einrichtungsfachhandel.
      foto: apa/dpa-zentralbild/arno burgi

      Online ist okay, solang es sich um heimische Anbieter handelt, meint das WKÖ-Bundesgremium Elektro- und Einrichtungsfachhandel.

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