Studie: IT-Chefs werden noch mächtiger

23. November 2017, 09:00
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Chief Digital Officers sind in Österreich noch selten – Macht verschiebt sich

"Digitalisierung ist längst mehr als nur ein Technologiethema", bringt es Klaus Schatz, IT- Advisory-Partner bei KPMG Österreich, auf den Punkt. "Sie wird auch die Führung von Unternehmen drastisch verändern. Digitalisierung sei zugleich Ursache und Lösung dieser aktuellen Herausforderung für Unternehmen. "Führungskräfte müssen den digitalen Wandel proaktiv vorantreiben und so die Zukunftschancen der Unternehmen verbessern. Ein entscheidender Schritt dabei: Die IT muss Teil der Geschäftsstrategie werden, um den CIOs und CDOs die Möglichkeit zu geben, Innovationen im gesamten Unternehmen voranzutreiben."

Wenige Chefs fürs Digitale

Die Studie "CIO Survey 2017" (4500 Teilnehmer aus 86 Ländern) zeigt auf, dass 41 Prozent der Unternehmen europaweit angeben, eine unternehmensweite digitale Strategie zu haben. In den letzten zwei Jahren stieg der Anteil um mehr als die Hälfte. Nur 17 Prozent der europäischen Unternehmen beschreiben ihre Bemühungen, digitale Technologien zur Verbesserung der Unternehmensstrategie zu nutzen, jedoch als "sehr effektiv". Die Anzahl dieser Digital-Leadership-Unternehmen liegt auch im Rest der Welt bei nur 19 Prozent.

Eine entscheidende Rolle bei der Etablierung einer digitalen Strategie nimmt neben dem CIO der CDO (Chief Digital Officer) ein, der auf oberster Führungsebene für die Steuerung der digitalen Transformation eines Unternehmens verantwortlich ist. Weltweit gesehen setzt jedes vierte Unternehmen (25 Prozent) einen Chief Digital Officer ein, weitere sechs Prozent planen, das zu tun. Österreich liegt mit 21 Prozent noch unter dem weltweiten Durchschnitt der Unternehmen, die einen CDO einsetzen.

Mehr Bedeutung und Budget

45 Prozent der europäischen Unternehmen erwarten im nächsten Jahr einen Anstieg ihrer IT-Budgets, lediglich 19 Prozent rechnen mit einem Rückgang. In Österreich planen fast zwei Drittel (62 Prozent) der CIOs, das IT-Budget zu erhöhen. Weltweit liegt Österreich damit auf Platz drei.

Bei der Digitalisierung ist laut dieser Studie die unternehmenseigene Kultur das größte Hindernis: Europäische CIOs geben an, dass "Widerstände gegenüber Veränderungen" (42 Prozent) und "neue Technologien leicht zu implementieren" (41 Prozent) die größten Herausforderungen sind. Weltweit investiert lediglich knapp ein Drittel der Unternehmen in Digital Labor, und auch beim Europadurchschnitt (25 Prozent) besteht Aufholbedarf. Für österreichische Unternehmen haben diese Investitionen weitaus mehr Priorität – 59 Prozent der CIOs geben an, bereits in Digital Labor und Robotics Process Automation (RPA) zu investieren.

Zwischen Innovation und Support

Laut der Studie gewinnen IT-Entscheider immer mehr Einfluss: 71 Prozent der Befragten weltweit geben an, dass die strategische Bedeutung der CIO-Rolle wächst. 62 Prozent der IT-Verantwortlichen sind Teil der Geschäftsführung – eine Entwicklung, die sich seit rund zehn Jahren verstärkt.

Der Fokus der CIOs liegt dennoch stark beim Thema Technologien: 42 Prozent der europäischen CIOs geben an, dass "Innovationen in technischer Hinsicht vorantreiben" ihre Rolle im Innovationsprozess am besten beschreibt. 20 Prozent sehen sich in der Support-Rolle und nicht in der Rolle des Innovationstreibers. Nur jeder vierte CIO (25 Prozent) gibt an, eine entscheidende Rolle beim Thema "unternehmensweite Innovationen" zu spielen. (red, 23.11.2017)

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