Siemens: Volle Kasse, schlechte Aussicht

9. November 2017, 19:17
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Siemens-Chef Joe Kaeser will den Elektrokonzern mit einem massiven Sparprogramm und weiteren Umbauschritten für die Zeit nach 2020 rüsten

München – Siemens wird in der seit längerem mit Marktschwierigkeiten kämpfenden Kraftwerkssparte Power und Gas sowie im Geschäftsfeld Prozessindustrie und Antriebe mehrere Tausend Stellen streichen, über rund 4000 gefährdete Jobs wird spekuliert. Genaue Zahlen nannte das Management auch am Donnerstag nicht, die Arbeitnehmervertreter sollen dazu am 16. November im Wirtschaftsausschuss informiert werden. Zusätzlich hat der Windturbinenhersteller Siemens Gamesa angekündigt, bis zu 6000 Jobs zu kappen.

Bei Umsetzung der Einschnitte denkt der Konzern auch über die Verlagerung von Jobs an Standorte in strukturschwachen Regionen vor allem in Ostdeutschland nach. Vorwürfe von Arbeitnehmervertretern, mit solchen Überlegungen Unfrieden zwischen den Werken stiften zu wollen, wies Siemens-Personalchefin Janina Kugel zurück. "Wir werden hier nicht Standorte gegeneinander aufhetzen", sagte sie.

Zugleich will das Management an einer neuen Struktur für das Unternehmen arbeiten. Man habe verstanden, "dass Konglomerate alten Zuschnitts keine Zukunft haben", erklärte Kaeser. Bereits seit längerem wird erwartet, dass aus dem Elektrokonzern ein loser Verbund weitgehend eigenständigen Einzelunternehmen unter dem Dach einer Holding wird.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr (30. September) verdiente Siemens unter dem Strich knapp 6,1 Milliarden Euro, nach 5,5 Mrd. Euro im Vorjahr. Der Umsatz legte von 79,6 Mrd. auf 83 Milliarden Euro zu. Vor der Konzernzentrale in München fanden sich zur Bilanzpressekonferenz des Unternehmens rund 50 Mitarbeiter ein, die gegen die Jobstreichungen demonstrierten. (dpa, red, 9.11.2017)

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