McMakler drängt auf österreichischen Markt

    11. November 2017, 09:00
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    Deutscher Billiganbieter startet mit Büro in Wien, weitere Städte sollen bald folgen

    Wien – Mitte 2015 wurde in Berlin McMakler gegründet; Anlass dafür war die Einführung des Bestellerprinzips in Deutschland. Seither mischt man dort mit Kampfpreisen den Markt auf und ist mittlerweile in 50 Städten mit insgesamt 112 Maklern vertreten.

    Festpreis von 498 Euro

    Nun wollen die Gründer Hanno Heintzenberg und Lukas Pieczonka expandieren. 16 Millionen Euro holten sie sich dafür vor wenigen Wochen von Investoren, zum ersten Auslandsmarkt wurde Österreich erkoren. Nach Ansicht Heintzensbergs herrscht hier nämlich "eine Situation wie in Deutschland vor Juni 2015: Kein Bestellerprinzip, die Provision zahlt üblicherweise der Mieter."

    McMakler wird in Wien deshalb mit Festpreisen in den Markt gehen, die zwischen 498 Euro (für eine Mietwohnung bis 1.200 Euro Netto-Kaltmiete) und 1.498 Euro (ab 2.000 Euro monatlich netto kalt) liegen werden. Solange es in Österreich kein Bestellerprinzip gibt, werden sich die Vermieter aussuchen können, ob sie selbst zahlen "und damit ihr Angebot attraktiver machen wollen" oder ob der Mieter zahlen soll, sagt Heintzenberg zum STANDARD.

    Verzicht auf Verkäuferprovision

    Mit dieser Strategie zielt man klar auf Folgegeschäfte mit Kauftransaktionen ab, gibt Heintzenberg zu. "Die Vermietung ist ein Deckungsbeitrag, aber sicher nicht das, womit wir unser Geld verdienen werden." Bei Kauftransaktionen soll dann wiederum auf die Provision des Verkäufers verzichtet werden, womit man "deutlich günstiger als der klassische österreichische Makler" sein werde. Gelockt werden österreichische Auftraggeber außerdem mit dem Angebot der Vermarktung über deutsche Portale.

    Ein Büro im achten Wiener Bezirk ist seit kurzem in Betrieb, es wird von Jakob Cerbe geleitet, einem gebürtigen Österreicher, der von Beginn an bei McMakler in Berlin tätig war. Als Ziel für 2018 in Österreich gibt Heintzenberg bescheiden "Fuß fassen" an – und macht gleichzeitig klar, dass man bis Jahresende "in den fünf größten Städten" aktiv sein will. Wo man zuerst die richtigen Mitarbeiter finde, werde dabei die Richtung vorgeben.

    "Name bleibt im Kopf"

    Der Name "McMakler" sei für das Start-up deshalb gewählt worden, weil er "im Kopf bleibt", erklärt Heintzenberg weiter. "Sie hören den Namen, haben ihn nach drei Tagen noch nicht vergessen. Das ist für die Markenbildung schon einmal sehr entscheidend."

    Das oft mit einer Fastfood-Kette assoziierte "Mc" im Namen stehe genauso für Größe und für die Standardisierung von Prozessen. "Und das ist genau das, was wir anbieten", so der McMakler-Gründer. Maklerbetriebe seien oft Ein- oder Zwei-Mann-Betriebe, "ohne standardisierte Prozesse, wo der Kunde nicht weiß, was auf ihn zukommt". Mit McMakler verfolge man nun ein "Hybridmodell", das zwischen "althergebrachten, technologisch schlecht aufgestellten" Maklern und reinen Online-Plattformen positioniert sei – "mit eigenen Teams für Zielgruppenanalysen und die Erstellung von Vermarktungskonzepten".

    Nach Österreich sollen weitere Länder auf dem Expansionskurs folgen, Heintzenberg nennt explizit die Schweiz als "logisches" nächstes Ziel, aber etwa auch Frankreich. (Martin Putschögl, 11.11.2017)

    • McMakler-Gründer Hanno Heintzenberg setzt auf Digitalisierung und standardisierte Prozesse.
      foto: mcmakler/jonas friedrich

      McMakler-Gründer Hanno Heintzenberg setzt auf Digitalisierung und standardisierte Prozesse.

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