Journalist von türkischer Zeitung "Sözcü" kommt aus U-Haft

8. November 2017, 16:17
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Nach mehr als fünf Monaten im Gefängnis – Vorwurf der Gülen-Verbindung

Ankara – Nach mehr als fünf Monaten Untersuchungshaft wegen Terrorvorwürfen kommt ein Journalist der regierungskritischen Zeitung "Sözcü" in der Türkei auf freien Fuß. Ein Gericht in Istanbul ordnete am Mittwoch im Prozess gegen insgesamt vier "Sözcü"-Mitarbeiter die Freilassung des Izmir-Korrespondenten Gökmen Ulu an, wie die Zeitung berichtete. Es wurde allerdings eine Ausreisesperre verhangen.

Den "Sözcü"-Mitarbeitern – darunter Herausgeber Burak Akbay – werden Verbindungen zur Bewegung um den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen vorgeworfen, die in der Türkei als Terrororganisation gilt. Die türkische Führung macht Gülen für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich.

Herausgeber Akbay, der sich zurzeit im Ausland aufhält, hatte die Vorwürfe gegen ihn und seine Mitarbeiter im Mai scharf zurückgewiesen. Der Deutschen Presse-Agentur sagte er damals, die Anschuldigungen seien "konstruiert".

Die von Akbay 2007 gegründete "Sözcü" ist eine der auflagenstärksten Zeitungen der Türkei. Sie versteht sich als strikt säkular und als Verfechter der Prinzipien von Republikgründer Mustafa Kemal Atatürk. (APA, 8.11.2017)

Nachlese

Mitarbeiter säkularer Zeitung in Istanbul angeklagt – Zeitung wird vorgeworfen, vor dem Putschversuch Hotel von Staatschef Erdogan öffentlich gemacht zu haben

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