Amoklauf in Texas: FBI kann Smartphone des Täters nicht entschlüsseln

    8. November 2017, 15:53
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    "Sind zunehmend nicht in der Lage, auf Handys zuzugreifen" – Ermittler kritisiert Verschlüsselung

    Bei einem Amoklauf hat Devin Kelley in einer Kirche im texanischen Ort Sutherland Springs 26 Menschen geötet. Bei den Ermittlungen zu den Hintergründen dieses Falls – der Ex-Soldat war bereits in psychiatrischer Behandlung und amtsbekannt für Morddrohungen gegen Vorgesetzte und Morddrohungen gegen seine Frau – ist das FBI nun auf ein Hindernis gestoßen.

    Der Behörde ist es aktuell nicht möglich, auf das Smartphone des Schützen zuzugreifen, erklärte der für diesen Fall zuständige Chefermittler Christopher Combs gegenüber der Presse. Grund ist, dass die Daten verschlüsselt und folglich nur per Code oder einem anderen Identifikationsmechanismus zugänglich sind.

    "Zunehmend nicht in der Lage, auf Smartphones zuzugreifen"

    Combs verwies dabei auch auf das allgemeine Problem, das seine Behörde mit dem Einsatz von Verschlüsselungstechnologie auf Smartphones hat. "[Der Umstand] streicht das Problem […] heraus, dass Ermittler zunehmend nicht in der Lage sind, auf Smartphones zuzugreifen", zitiert ihn The Verge.

    Welches Handy von Kelley genutzt wurde, wollte Combs indes nicht preisgeben. Denn er wolle nicht "jedem Bösewicht da draußen verraten, welches Telefon er kaufen sollte." Das sichergestellte Handy wird nun an ein FBI-Labor in Quantico (Virginia) geschickt, wo sich Spezialisten der Entsperrung annehmen sollen.

    Erinnerung an Auseinandersetzung mit Apple

    Der Fall erinnert an die Auseinandersetzung zwischen den Behörden und Apple in den Jahren 2015 und 2016. Damals ging es um das iPhone 5c des Attentäters von San Bernardino. Apple weigerte sich damals, für das FBI die Telefonsperre auszuhebeln oder eine Hintertüre in das iOS-System einzupflanzen. Nach einem längeren gerichtlichen Hin und Her zog das FBI schließlich seine Begehren zurück.

    Die Ermittler konnten das Handy schließlich von einer israelischen Sicherheitsfirma erfolgreich knacken lassen. Welches Unternehmen man engagiert hatte, gab man nicht bekannt. Berichten zufolge könnte es sich um den Datenforensik-Anbieter Cellebrite handeln, der seinen Hauptsitz in Petach Tikwa hat. (red, 08.11.2017)

    • Das Smartphone des Todesschützen wird nun an ein Speziallabor des FBI geschickt.
      foto: afp

      Das Smartphone des Todesschützen wird nun an ein Speziallabor des FBI geschickt.

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