Umbau: ORF 1 neu wartet noch auf die Infoshow

    7. November 2017, 17:04
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    Der ORF-General lässt seine Arbeitsgruppe für ein ganz neues ORF 1 noch eine Schleife drehen. Eine Untergruppe mit dem ORF-Strategen Franz Manola widmet sich einem Tagesmagazin, womöglich im ORF-1-Hauptabend

    Wien – Wie wird der Serien-, Film- und Sportkanal ORF 1 ganz anders, österreichischer und mit mehr Information? Vier Stunden präsentierte und diskutierte die Arbeitsgruppe aller TV-Hauptabteilungen Montag bei ORF-Chef Alexander Wrabetz. Konkretes Ergebnis: eine Reform-Untergruppe. Und: Man trifft sich in zwei Wochen wieder. Bis dahin soll sich womöglich Entscheidendes tun.

    Thema der Untergruppe: Information, konkret eine ausführliche tägliche Infosendung auf ORF 1. Im Hauptabend versprach Wrabetz in seiner Generalsbewerbung 2016 eine bis zu einstündige Infoshow. Montag überraschte er die Arbeitsgruppe mit einem Gastspiel von ORF-Stratege Franz Manola, der seit Ewigkeiten von einer großen Infoshow schwärmt. Manola geht selbst in die Untergruppe, mit ORF-1-Infochefin Lisa Totzauer und Wolfgang Höfer* aus der Programmdirektion.

    Manolas Plan, soweit in Erfahrung zu bringen: die Stärken von ZiB Magazin, ZiB 20 und ZiB 24 in einer zumindest halbstündigen Sendung zu bündeln. Wunschtermin: 21 Uhr. Offenbar nicht statt der ZiB 2 auf ORF 2 – auch das kursiert auf dem Küniglberg.

    Konkurrenz im eigenen Hause

    Aber: Um 21 Uhr liefe ein solches ORF-1-Magazin gegen Report, Thema und andere Magazine in ORF 2. Manola plädiert seit längerem für gänzlich eigenständig programmierte ORF-Fernsehkanäle. Sein Bild, abgeleitet aus dem Präsidentschaftswahlkampf 2016: ORF 1 für die Wähler von Alexander Van der Bellen, ORF 2 für die Fans von Norbert Hofer.

    Die von Wrabetz eingesetzte Arbeitsgruppe präsentierte leistbare Überlegungen für ein bis 2020 "sehr anderes" ORF 1, neu vor allem von 18.30 Uhr bis Mitternacht; klare Schwerpunkte für Wochentage, mittwochs mehr Dokeins-Dokus mit Hanno Settele etwa, wenn ab Sommer die Champions League fehlt. Infoideen für den Vorabend schienen schnell umsetzbar – so der General sie abnickt. Auch eine Late-Night-Show war Thema. Schauspielerin Katharina Strasser etwa soll ORF-Programmdirektorin Kathrin Zechner einen Anarchotalk im Stil von Ina Müllers Inas Nacht (ARD) angetragen haben.

    In etwa zwei Wochen lädt Wrabetz die ORF-1-Reformer wieder, samt Newsshow-Untergruppe. Zu knapp, um im ORF-Stiftungsrat mit Schwerpunkt Programm 2018 am 23. November mit konkreten Neuerungen aufzuwarten. (fid, 7.11.2017)

    * Der Name wurde korrigiert, in einer ersten Version stand hier falsch: Wolfgang Höfner.

    Reaktion: ORF-Stratege Franz Manola über den wahren Kern der Legende von der Hofer/Van-der-Bellen-Positionierung – und wie er sie widerlegen ließ

    • Kneten, um das Programm von ORF 1 zu formen: ORF-Chef Alexander Wrabetz.
      foto: apa/georg hochmuth

      Kneten, um das Programm von ORF 1 zu formen: ORF-Chef Alexander Wrabetz.

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