Lohnsteuer steigt wieder, Umsatzsteuer stark im Plus

7. November 2017, 13:06
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Das größte Plus wurde bei der Umsatzsteuer erzielt, auch die Lohnsteuer legte nach einem Rückgang im Vorjahr zu

Wien – Die Einnahmen des Staates aus der Lohnsteuer werden heuer wieder steigen. Nach einem starken Rückgang wegen der Steuerreform 2016 meldet das Finanzministerium bis Ende September ein Plus von 419 Mio. Euro (2,3 Prozent). In Summe liegen die Steuereinnahmen um 2,8 Milliarden Euro über den ersten drei Quartalen des Vorjahres – ein Plus von 4,7 Prozent. Für das Gesamtjahr sind Plus 4,1 Prozent eingeplant.

Veröffentlicht werden die Einnahmen und Ausgaben des Bundes vom Finanzministerium monatlich im Internet. Aus dem Bericht für die Monate Jänner bis September geht hervor, dass die Steuereinnahmen des Bundes auf 61,66 Milliarden Euro angestiegen sind. Ein Drittel wurde an Länder, Gemeinden und EU weiterreicht.

Das größte Plus von gut einer Milliarde Euro gibt es bei der Umsatzsteuer. Die Lohnsteuer legte (nach einem starken Rückgang um 2,6 Milliarden Euro im Vorjahr wegen der Steuerreform) um 419 Mio. Euro zu. In Summe tragen die Konsumenten über die Umsatzsteuer (21,2 Milliarden Euro) sowie die Lohnsteuerzahler (18,4 Milliarden Euro) damit fast zwei Drittel des gesamten Steueraufkommens des Bundes. Das Finanzministerium führt den starken Anstieg bei der Umsatzsteuer neben der guten Konjunktur auch auf Maßnahmen zur Betrugsbekämpfung (Stichwort: Registrierkassenpflicht) zurück.

Plus bei der Körperschaftsteuer

Stark zugelegt haben bis September auch die Gewinnsteuern der Betriebe ("Körperschaftsteuer") – um 433 Mio. (plus neun Prozent) Euro auf fast 5,3 Milliarden Euro. Abzuwarten bleibt hier, ob eine mögliche schwarz-blaue Regierung wie angekündigt die Unternehmenssteuern senkt – das könnte je nach Berechnungsweise zwischen ein und vier Milliarden Euro kosten. Im Extremfall würden die Einnahmen aus der Körperschaftsteuer damit halbiert, denn für das Gesamtjahr werden die Einnahmen heuer auf deutlich über 7,5 Milliarden Euro geschätzt.

Die Folgen des starken Wirtschaftswachstums sind auch bei den Staatsausgaben erkennbar, konkret bei den um 326 Mio. Euro niedrigeren Ausgaben für die Pensionen (hier verweist das Ministerium auf steigende Beitragseinnahmen). Die anhaltend niedrigen Zinsen für die Staatsschulden entlasten das Budget mit 677 Mio. Euro. Besonders starke Mehrausgaben meldet der Bericht für die staatlichen Abbaubanken, in die 4,6 Milliarden Euro flossen. Zusätzlich 520 Mio. Euro flossen gemäß neuem Finanzausgleich auch an die Länder. In Summe hat der Bund in den ersten drei Quartalen 60,5 Milliarden Euro ausgegeben und 53,9 Milliarden Euro eingenommen. (APA, 7.11.2017)

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