Trump will Handelsvertrag mit Japan statt TPP

6. November 2017, 19:11
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Kaiser Akihito gewährte dem US-Präsidenten eine Audienz

Wien/Tokio – Am zweiten Tag seines Japan-Besuchs hat Donald Trump am Montag in Tokio eine Audienz bei Kaiser Akihito erhalten. Über den Inhalt des 30-minütigen Gesprächs zwischen dem US-Staatschef und dem 125. Tenno sowie zwischen First Lady Melania und Kaiserin Michiko ist nichts bekannt.

Kommentiert wurde hingegen die Begrüßung, bei der Trump dem um einen Kopf kleineren Kaiser die Hand schüttelte und dabei leicht nickte. Sein Vorgänger Barack Obama hatte sich 2009 während des Handschlags mit dem 83-jährigen Tenno tief verbeugt und erntete dafür Kritik von konservativen Kreisen in seiner Heimat.

"Gewinner Japan"

Trump traf im Anschluss daran auf Japans Wirtschaftselite, um seine Handelspolitik gegenüber dem Inselstaat darzulegen: "In den vergangenen Jahrzehnten hat Japan gewonnen", sagte der Präsident mit Blick auf das Handelsdefizit seines Heimatlandes. Die Transpazifische Partnerschaft (TPP), ein Handelsabkommen pazifischer Anrainerstaaten, aus dem sich die USA im März zurückgezogen hatten, sei für Amerika kein guter Deal gewesen, so Trump. "Wir werden mehr Handel haben als jemals irgendjemand mit TPP", kündigte Trump seine Bereitschaft an, ein neues bilaterales Abkommen mit Japan "einfach und schnell" zu verhandeln.

Am Nachmittag traf der US-Präsident nochmals seinen Amtskollegen Shinzo Abe. Auf der Agenda stand die angespannte Lage auf der koreanischen Halbinsel. Im Anschluss daran wiederholte Trump, dass seine Geduld mit Nordkorea zu Ende sei. "Wenn die Leute sagen, meine Rhetorik sei zu stark, sollten wir uns ansehen, wohin wir mit schwacher Rhetorik in den vergangenen 25 Jahren gekommen sind", legte der Präsident nach. Japan ist die erste Station einer zwölftägigen Asienreise, in deren Verlauf Trump fünf Länder besucht. Nächster Halt ist Südkorea. Auf seiner Reise ist auch ein Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin geplant. (slp, (7.11.2017)

  • Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Obama war Präsident Trump darauf bedacht, sich nicht vor dem japanischen Kaiser  Akihito zu verbeugen. Kritiker in den USA erachteten die Geste als zu ehrfurchtsvoll für den "Anführer der freien Welt".
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    Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Obama war Präsident Trump darauf bedacht, sich nicht vor dem japanischen Kaiser Akihito zu verbeugen. Kritiker in den USA erachteten die Geste als zu ehrfurchtsvoll für den "Anführer der freien Welt".

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