Causa Pilz: Verschwörungstheorien

Kommentar6. November 2017, 17:15
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Der Grat zwischen Selbstverteidigung und Selbstbeschädigung ist ein schmaler

Peter Pilz wittert die ganz große Verschwörung hinter den Vorwürfen gegen seine Person. Involviert seien mehrere Medien, vor allem aber seine ehemalige Partei, die Grünen, sowie eine Reihe anderer Parteien – eigentlich alle, außer der FPÖ. Tatsächlich gibt es eine ganze Reihe offener Fragen und seltsamer zeitlicher Kohärenzen, und es ist keine Frage, dass viele Peter Pilz nichts Gutes wollen. Die meisten Zusammenhänge, die Pilz jetzt zur Diskussion stellt und in seine Verschwörungstheorie einwebt, lassen sich aber logisch erklären.

Derzeit sind zwei Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen ihn bekannt, in einem Fall geht es um eine ehemalige Mitarbeiterin, im anderen um einen Vorfall in Alpbach. Den einen Fall bestreitet Pilz, an den anderen kann er sich nicht lückenlos erinnern. Als Zeugen oder Involvierte treten Menschen auf, die ein Naheverhältnis zu den Grünen haben, no na, aber auch zur SPÖ, zur ÖVP und zu den Neos. Zufall? Ja, so schaut es aus.

Auch wenn es für manche und vor allem für Pilz selbst schwer zu glauben ist: Das ist keine große, zusammenhängende Verschwörung, das ist ein Zusammentreffen verschiedenster Umstände. Nicht alles ist dabei geklärt, auch nicht die Rolle der Grünen. Pilz steht es zu, alles zu hinterfragen, sich zu wehren und auf Fairness auch gegenüber seiner Person zu pochen. Der Grat zwischen Selbstverteidigung und Selbstbeschädigung ist aber ein schmaler. (Michael Völker, 6.11.2017)

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