Auslosung in Mailand: "Geschmacklos und inakzeptabel"

6. November 2017, 16:41
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Veranstalter und Sponsor der Next Gen ATP Finals entschuldigen sich nach Zeremonie mit sexistischen Einlagen

Mailand – Verunglückter Auftakt bei der Erstauflage der Next Gen ATP Finals in Mailand (7. bis 12. November). Bei der Auslosung für das Masters der bis 21-Jährigen wurden die Spieler am Sonntag ihren Gruppen zugeordnet, indem sie ein junges, weibliches Model aussuchten, das nach einer gemeinsamen Tanzeinlage unter seinem Kleid entweder ein A oder ein B herausholte. Der Südkoreaner Chung Hyeon hatte einem Model ihren Handschuh sogar mit den Zähnen ausziehen sollen.

Die Spieler machten einen sichtlich gehemmten Eindruck, und in den sozialen Medien wurde die Zeremonie als sexistisch angeprangert. Auch aktuelle und ehemalige Spielerinnen äußerten ihren Unmut: "Guter Job, ATP. Sollte wohl ein futuristisches Event werden, richtig?", fragte die Weltranglisten-38. Alize Cornet aus Frankreich mit klatschenden Hände-Emojis bei Twitter. Ihre 2009 zurückgetretene Landsfrau Amelie Mauresmo, zweimalige Grand-Slam-Siegerin, nannte die Veranstaltung eine "Schande".

"Geschmacklos"

Die ATP und Sponsor Red Bull entschuldigten sich für die Vorgänge in einem gemeinsamen Statement. "Die Absicht war, das reiche Erbe Mailands als eine der Modehauptstädte zu integrieren", hieß es wohl in Bezug auf die Models und deren getragene Kleidung. "Wie auch immer, die Ausführung war geschmacklos und inakzeptabel. Wir bedauern dies zutiefst."

Sportlich gesehen geht das Turnier in Abwesenheit des Weltranglistendritten Alexander Zverev ohne klaren Favoriten über die Bühne. Der Deutsche hatte seine Teilnahme abgesagt, um sich besser auf das nächstwöchige Londoner World-Tour-Finale vorzubereiten. Die Russen Andrej Rublew (37.) und Karen Chatschanow (45.) sind nun die höchstgereihten Teilnehmer.

Das bis Samstag angesetzte Turnier steht vor allem aufgrund einiger zu testender Neuerungen im Blickpunkt. Die Partien werden im Best-of-5-Modus bestritten. Wer vier Games für sich entscheidet, gewinnt den Satz, bei 3:3 gibt es ein Tiebreak. Ein Aufschlag mit Netzberührung wird nicht wiederholt. Zwischen den Punkten sorgt ein Countdown dafür, dass die 25 Sekunden lange Pause nicht überschritten wird. (APA, sid, red, 6.11.2017)

Gruppe A: Andrej Rublew (RUS/ATP-37. – 20 Jahre), Denis Shapovalov (CAN/51. – 18), Chung Hy-eon (KOR/54. – 21), Gianluigi Quinzi (ITA-WC/306. – 21)

Gruppe B: Karen Chatschanow (RUS/45. – 21), Borna Coric (CRO/48. – 20), Jared Donaldson (USA/55. – 21), Daniil Medwedew (RUS/65. – 21)

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