Neue Umweltbücher: Kunst und Kultur im Einklang mit der Natur

    Ansichtssache7. November 2017, 09:00
    posten

    Die in Wahrheit oft nur vordergründig pittoreske Ästhetik fotografischer Dokumente thematisiert eindringlich Klimawandel und Zerstörung

    Die in Wahrheit oft nur vordergründig pittoreske Ästhetik fotografischer Dokumente thematisiert eindringlich Klimawandel und Zerstörung

    foto: verlag der hartmann projects
    Bild 1 von 5

    Zustand & Zuständigkeit

    Für gewöhnlich gilt: "Schuld sind immer nur die Anderen. Der Rest der Welt ist ohnehin ganz woanders, auch wenn das Ende derselben naht." Der Klimawandel ist eine zivilisatorische Tatsache, auch wenn es viele Versuche gibt, diese zu negieren oder Beweise als "fake news" zu diffamieren. Claudius Schulze hat sich zur Aufgabe gemacht, den Status quo der Natur festzuhalten. Weltweit. Für sein Großprojekt begab er sich mit einem Kranwagen und einer Großbildkamera quer über den Globus, um Idyllen zu hinterfragen. Und wahrlich. Die auf den ersten Blick oft als schön und malerisch zu apostrophierenden Orte haben allesamt ihre Makel. Alpenpanoramen werden von Lawinenwänden zerschnitten, die Nordseeküste ist von Wellenbrechern und Palisadenzäunen zerfurcht, die Lagunenlandschaft vor Venedig ist künstlich generiert, ebenso wie die Küste vor den Niederlanden. Die Gefahren von Unwettern, Stürmen, Überschwemmungen, Lawinen und Erdrutschen nehmen in Zeiten des Klimawandels extrem zu. Dem Fotokünstler geht es nicht darum, Grenzen aufzuzeigen, sondern zu dekuvrieren, wie sehr der Mensch aktiv eingreift und für den Zustand des Planteten verantwortlich zeichnet.

    Claudius Schulze, "State of Nature". (Engl.) € 55,- / 172 Seiten. Verlag der Hartmann Projects, Stuttgart 2017

    Share if you care.