Es gibt zu viele Messenger – und einen klar besten: Signal

    6. November 2017, 09:54
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    Nutzer sprechen mittlerweile über dutzende verschiedene Plattformen miteinander, am klügsten wäre jedoch die Einigung auf Signal

    Für Smartphone-Vielnutzer ist es mittlerweile Usus, eine Reihe von unterschiedlichen Apps zur Kommunikation mit Freunden und Kollegen verwenden zu müssen. Lässt man die klassischen – und meist unsicheren – Formen E-Mail, SMS und Telefonanruf außen vor, bleibt ein Repertoire von Apps mit jeweils unterschiedlichen Usern. Etwa Snapchat, Telegram, Threema, Facebook Messenger, Slack und natürlich Whatsapp. "Es ist eine simple Wahrheit: Es gibt zu viele Messenger", analysiert etwa Wired.

    Signal: Unkompliziert und sicher

    Dabei gibt es einen Service, der unkompliziert auf allen Plattformen funktioniert und höchste Sicherheitsvoraussetzungen bietet: Signal. Die App wurde nicht nur von NSA-Whistleblower Edward Snowden, sondern auch von zahlreichen Datenschutzorganisationen wie der Electronic Frontier Foundation (EFF) und der IT-Sicherheitssparte von Amnesty International empfohlen. Signal verschlüsselt Nachrichten Ende zu Ende, kann also keine Inhalte an Regierungsbehörden weitergeben oder ausspioniert werden. Der Verschlüsselungsmechanismus kann von jedem eingesehen werden, sodass Sicherheitsexperten fortlaufend an dessen Verbesserung arbeiten können.

    Verschlüsselte Telefonate

    Außerdem können Nutzer einstellen, dass bestimmte Nachrichten nach einer gewissen Zeit automatisch gelöscht werden. Sogar verschlüsselte Telefonate sind mit Signal möglich. Die App ist kostenlos und für alle gängigen Plattformen verfügbar, vor kurzem ist auch eine Desktop-Anwendung erschienen. Es gibt also wirklich keinen Grund, warum man Signal nicht nutzen sollte – außer man kann einfach nicht auf Sticker und animierte Emojis verzichten.

    Mehr Sicherheitsbewusstsein

    Das Sicherheitsbewusstsein der User hat sich spätestens seit den Snowden-Enthüllungen verstärkt. Das zeigt etwa der Aufstieg von Messenger-Diensten wie Telegram und Threema. Doch beide haben große Nachteile gegenüber Signal. Telegram soll etwa mehrfach geknackt worden sein und Sicherheitsmängel aufweisen. Threema gilt zwar als sicher, ist jedoch kostenpflichtig – was es schwieriger macht, Freunde zum Wechsel zu überzeugen; außerdem kann der Code der App nicht öffentlich eingesehen werden.

    Whatsapp relativ sicher

    Natürlich ist es illusorisch, dass alle Nutzer nun en masse auf Signal wechseln. Da gibt es gute Nachrichten: Whatsapp, der weltweit größte Messenger-Dienst, ist relativ sicher. Daten werden Ende zu Ende verschlüsselt; wer das Backup der Daten deaktiviert hat, ist vor Spionage durchaus gefeit. Allerdings ist Whatsapp nun einmal im Besitz von Facebook. Daten der Whatsapp-Nutzung fließen an den Social-Media-Hegemon, was nun im Zentrum einer europäischen Untersuchung stehen wird. Signal wäre also auch hier die klar bessere Alternative. (fsc, 6.11.2017)

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      foto: signal
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