Nationalbanker ringen um subventionierte Krankenversicherung

    6. November 2017, 06:56
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    Der Vertrag für die subventionierte Zusatzversicherung könnte neu ausgeschrieben werden. Die Bank zahlt vier Millionen Euro jährlich dazu

    Wien – In der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) wird seit Monaten über eine Sozialleistung der Banker gerungen – und zwar über jene Krankenzusatzversicherung, der alle Mitarbeiter beitreten können. Versicherte können bei einem Krankenhausaufenthalt Sonderklasse-Leistungen beanspruchen; die Prämien, die Aktive zu leisten haben, werden zu zwei Dritteln vom Arbeitgeber bezahlt. Familien können günstig mitversichert werden.

    Allerdings treten der Gruppenversicherung seit ein paar Jahren immer weniger Notenbanker bei, was die Angelegenheit für Versicherer (Vienna Insurance Group; auch Uniqa ist dem Vernehmen nach im Hintergrund dabei) und Versicherte verteuert.

    Streit um Ausschreibung

    Um das zu ändern, sollen die Bedingungen attraktiver gestaltet werden. Genau da spießt sich die Sache aber, denn in der OeNB wird darüber gestritten, ob die Zusatzversicherung neu ausgeschrieben werden soll beziehungsweise muss. Das ist dann der Fall, wenn die Vertragsänderungen "wesentlich" sind. Zentralbetriebsrat und Direktorium sind mit der Frage befasst, das Führungsgremium unter Gouverneur Ewald Nowotny hat auch einen Berater zugezogen. Der Betriebsrat ist gegen eine neue Ausschreibung, wie es heißt.

    Insgesamt sind von der Debatte rund 3.000 Zusatzversicherte betroffen, die Nationalbank lässt für die Prämien im Jahr rund vier Millionen Euro springen. Somit ist die Zusatzversicherung die teuerste Sozialleistung der OeNB.

    Zuschuss für Pensionisten

    Auch Notenbank-Pensionisten können sich versichern; bei ihnen hängt die Prämiensubvention vom Dienstalter ab. Die Beiträge von Exbankern der Dienstbestimmungen DB 1 und 2 (Letztere liefen 1997 aus) trägt die OeNB ebenfalls zu zwei Dritteln, Pensionisten ab DB 3 werden nicht unterstützt.

    Die zweithöchsten Zuschüsse von zuletzt rund drei Millionen Euro bekam übrigens lange Zeit die Messe (Kantine). Seit die Menüpreise auf 3,50 Euro erhöht wurden, hat sich der Zuschuss aber reduziert. (Renate Graber, 6.11.2017)

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