Fusion von Telekom-Tochter T-Mobile US und Sprint geplatzt

    5. November 2017, 08:51
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    Rolle des Junior-Partners umstritten

    Die Verhandlungen um eine Fusion der Deutschen Telekom-Tochter T-Mobile US mit dem Rivalen Sprint sind gescheitert. Die Unternehmen erklärten ihre Bemühungen am Samstag in einer gemeinsamen Mitteilung für beendet. Ein Zusammenschluss hätte zwar durchaus seinen Reiz gehabt, man habe sich aber nicht auf die Bedingungen dafür einigen können, heißt es in dem Statement.

    Wochenlang hatten Spekulationen um eine Fusion der beiden US-Branchenschwergewichte die Finanzmärkte auf Trab gehalten. Ein Zusammenschluss hätte gewaltige Dimensionen gehabt: T-Mobile ist der drittgrößte US-Mobilfunker und war an der Börse zuletzt fast 50 Milliarden Dollar (42,89 Mrd. Euro) wert. Sprint ist die Nummer Vier im Markt und bringt es auf einen Börsenwert von mehr als 26 Milliarden Dollar. Der neue Konzern hätte 130 Millionen Kunden und einen Umsatz von geschätzt mehr als 70 Milliarden Dollar gehabt.

    Verhandlungen stockten

    Laut übereinstimmenden Medienberichten waren die Verhandlungen zuletzt ins Stocken geraten. Ein Grund soll gewesen sein, dass sich die japanische Sprint-Mutter Softbank bei den Eigentümerverhältnissen der fusionierten Gesellschaft nicht mit der Rolle des Junior-Partners abfinden wollte. Die Unternehmen machten zum Scheitern der Verhandlungen zunächst keine näheren Angaben.

    Sprint und T-Mobile hatten bereits 2014 einen Fusionsversuch unternommen, der an Einwänden der US-Kartellbehörden gescheitert war. Damals hatte Sprint die Kontrollmehrheit und damit das Sagen bei der fusionierten Gesellschaft haben sollen. Seitdem haben sich die Kräfteverhältnisse jedoch stark verschoben: T-Mobile wuchs deutlich stärker und hat Sprint nach Marktanteil und Börsenwert überholt.

    Partnerschaft

    Sprint-Chef Marcelo Claure sagte nun, es sei das Beste für das Unternehmen, alleine weiterzumachen. Es gebe beträchtliche Chancen auf starke branchenübergreifende Partnerschaften.

    Im Bonner Telekom-Konzern hat sich die US-Tochter in den letzten Jahren von einem teuren Sorgenkind, in dessen Expansion viel Geld gesteckt wurde, zu einem wichtigen Umsatztreiber entwickelt. Trotzdem sind die US-Telekom-Platzhirsche Verizon und AT&T ein vielfaches größere, deshalb wäre ein Zusammengehen mit dem ins Hintertreffen geratenen Wettbewerber Sprint für T-Mobile durchaus attraktiv. (APA, 5.11.2017)

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