Verhaftungen von Prinzen und Exministern in Saudi-Arabien

    5. November 2017, 11:23
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    Antikorruptionskomitee eingerichtet – Letzter Abdullah-Sohn verliert Regierungsamt

    Riad – In Saudi-Arabien sind am Samstag auf Anweisung des neu eingerichteten Antikorruptionskomitees elf Prinzen und dutzende ehemalige Minister verhaftet worden. Dies berichtete der TV-Sender Al Arabiya.

    Das neue Komitee, dessen Chef Kronprinz und Königssohn Mohammed bin Salman ist, war nur Stunden zuvor mit einem königlichen Dekret installiert worden.

    Minister ausgetauscht

    Ebenfalls am Samstag wurden die Minister für Wirtschaft und für die Nationalgarde ausgetauscht. Wirtschaftsminister Adel Fakieh wurde durch Mohammed al-Tuwaijri ersetzt, Khaled bin Ayyaf übernahm das Ressort der Nationalgarde und löste mit Miteb bin Abdullah den letzten mit einem Regierungsamt betrauten Sohn des 2015 verstorbenen König Abdullah ibn Abd al-Aziz ab. Nach einigen – nicht verifizierten – Meldungen wurde Prinz Miteb, der früher als Prätendent für den Thron galt, verhaftet.

    Demnach soll auch der international bekannte Großinvestor Alwalid bin Talal verhaftet worden sein. Der 62-Jährige, ein Enkel des Staatsgründers Ibn Saudi, ist dem Magazin "Forbes" zufolge mit etwa 16 Milliarden Euro Vermögen der reichste Mann der arabischen Welt. Sein Geld hat er mit einem Immobilienimperium gemacht. Ihm gehören über seine Kingdom Holding unter anderem zahlreiche Luxushotels wie das George V in Paris oder das Savoy in London. Auch am Kurznachrichtendienst Twitter ist er als zweitgrößter Aktionär beteiligt. (red, Reuters, 4.11.2017)

    Kommentar von Gudrun Harrer: Der Kronprinz setzt die Axt an

    • Kronprinz Mohammed bin Salman ist Vorsitzender des neu installierten Anti-Korruptionskomitees.
      foto: ap / presidency press service

      Kronprinz Mohammed bin Salman ist Vorsitzender des neu installierten Anti-Korruptionskomitees.

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