Grenzgänger und Branchenstars beim Salzburger Bergfilmfestival

    9. November 2017, 12:56
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    Ausnahmekletterer Adam Ondra eröffnet zusammen mit Heinz Zak das Vortragsprogramm in Hallein

    Salzburg – Das Salzburger Bergfilmfestival "Abenteuer Berg, Abenteuer Film" startet mit einem Kletterstar in seine 24. Auflage. Der Ausnahmekletterer Adam Ondra aus Brünn kommt zusammen mit dem Fotografen und Kletterkollegen Heinz Zak zur Eröffnung am kommenden Mittwoch nach Hallein. Das Festival, das heuer bis 26. November läuft, ist bereits ein Fixtermin für viele Berg- und Filmbegeisterte in Westösterreich und Bayern.

    foto: heinz zak

    Das Filmprogramm steht heuer unter dem Motto "Auf zu neuen Routen": Local Heroes der österreichischen Freeride-Szene suchen nach unberührtem Tiefschnee, nationale und internationale Kletterer die spektakulärsten Wände. Der Dokumentarfilm "Life In Four Elements" von Natalie Hallas begleitet den Salzburger Geologen und Höhlenforscher Georg Zagler in die engen Höhlen des Untersbergs. Zagerl war 2014 als Erster beim verunglückten Höhlenforscher in der Riesending Höhle und blieb neun Tage lang bei seinem Kameraden. Ein weiterer filmischer Schwerpunkt wird den Sherpas und ihrer Rolle in der Expeditionsindustrie gewidmet. Erstmals wird ist heuer auch ein Spielfilm im Programm vertreten. Die Vorpremiere von "Der Mann aus dem Eis" ist am 17. November. Er zählt die "wahre" Geschichte von Ötzi.

    Daneben gibt es wieder ein abwechslungsreiches Vortragsprogramm, bei dem sich Branchenkenner treffen und ihre Bergerlebnisse mit dem Publikum teilen, Bergaufnahmen und Erzählungen inklusive.

    foto: heinz zak

    Adam Ondra zählte bereits mit 13 Jahren zur Weltspitze. Der der heute 24-Jährige hat seither zahlreiche Siege im Vorstiegsklettern und Bouldern errungen. 2016 gelang es ihm, die 32 Seillängen der "Dawn Wall" am El Capitan im Yosemite Valley mit Schwierigkeitsgrad bis 9a in nur acht Tagen zu wiederholen. Begleitet, fotografiert und gefilmt wurde er dabei von dem Tiroler Heinz Zak. Höhepunkt des Eröffnungsabends ist die Vorführung des Films über Ondra.

    foto: epa

    Ein besonderer Abend erwartet die Gäste am Sonntag, 19. November bei freiem Eintritt. Er wird einem jahrelangen Wegbegleiter des Bergfilmfestivals, der Bergsteigerlegende Norman G. Dyhrenfurth, gewidmet sein. Der Regisseur ist am 24. September im Alter von 99 Jahren verstorben. Er war 1963 Leiter der erfolgreichen US-amerikanischen Everest-Expedition, bei der die erste Überschreitung eines Achttausenders gelang. Dyhrenfurth drehte neben zahlreichen Expeditionsfilmen, Ski- und Kulturfilmen auch Spielfilme etwa mit Clint Eastwood und Oscar-Preisträger Fred Zinnemann.

    foto: paul eisenkirchner

    Radelnd, paddelnd, kletternd und wandernd – so haben die Expeditionsbergsteigerinnen Gertrude Reinisch und Christine Eberl vor zwei Jahren Österreich umrundet. Exakt entlang der Grenzlinie bewältigten die beiden 3.800 Kilometer und 154.000 Höhenmeter in 143 Tagen. Nun haben sie ein Buch über ihre Erfahrung bei diesem Grenzgang geschrieben, das sie am 17. November präsentieren.

    foto: herbert raffalt

    Der Schladminger Bergführer und Fotograf Herbert Raffalt hat heuer seine Erfahrungen vom Alpe-Adria-Trail im Gepäck. Der Weitwanderweg ist einer der abwechslungsreichsten der Welt und verbindet Kärnten, Slowenien und Friaul-Julisch Venetien miteinander. Bei seinem Vortrag am 23. November zeigt Raffalt Fotos vom Weg vom Großglockner über die wilden Berglandschaften der Julischen Alpen bis zur blitzblauen Soca und der Adria.

    foto: kurt diemberger

    Auch ein jahrelanger Wegbegleiter des Festivals darf nicht fehlen: Kurt Diemberger gehört mit seinen Vorträgen fast schon zu den Fixpunkten. Heuer gibt er am 18. November einen Einblick in sein persönliches Bergkaleidoskop: vom Götterweg im Apennin – der "Via degli Dei" über Bologna – bis zum Everest und zu geheimen Gipfeln am Rand der Welt.

    foto: hias schreder

    "Klein, aber oho!" nennt der Annaberger Bergführer Hias Schreder "seinen" Gosaukamm. Er kennt den kleinen Gebirgszug wie kein Zweiter. Ob kletternd, wandernd, mit dem Gleitschirm oder mit den Tourenskiern, zieht es ihn immer wieder quer durch dieses alpine Kleinod. Sein Vortrag über die Berge zwischen Donnerkogel und Bischofsmütze im oberösterreichisch-salzburgerischen Grenzgebiet findet am 21. November statt.

    foto: apa/franz neumayr

    Der Tourismusforscher Kurt Luger und Franz Rest präsentieren am 22. November ihr Buch "Alpenreisen – Erlebnis, Raumtransformation, Imagination". Die Alpen sind eine der Sehnsuchtsdestinationen in Europa, gleichzeitig vom Klimawandel bedroht. Wie nachhaltige regionale Strategien aussehen können, um die Berge zu bewahren, diskutieren neben den Buchautoren Nicole Slupetzky vom Österreichischen Alpenverein und Leo Bauernberger von der Salzburger Land Tourismusgesellschaft. (Stefanie Ruep, 8.11.2017)

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