Niederösterreich-Kulturpreise an Alfred Komarek und Margherita Spiluttini vergeben

4. November 2017, 12:59
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Bettina Hering hielt Festrede: "Kultur darf nicht zum Schimpfwort verkommen" – Mikl-Leitner: Kunst und Kultur sind unverzichtbar

St. Pölten – Im Festspielhaus St. Pölten sind am Freitagabend die diesjährigen Kulturpreise des Landes Niederösterreich durch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) vergeben worden. Unter den Preisträgern sind auch der Schriftsteller Alfred Komarek und die Fotografin Margherita Spiluttini.

Weitere Würdigungspreise ergingen an den bildenden Künstler Jakob Gasteiger, den Amstettner Intendanten Johann Kropfreiter, an Josef Aichinger (künstlerischer Leiter der Festivals Glatt & Verkehrt sowie Imago Dei), Edda Mayer-Welley (Mautswirtshaus Mödling), Gudrun Piffl (Donau-Universität Krems) und den Verein Kasumama.

Anerkennungspreise erhielten Barbara Kapusta, Stefan Zsaitsits (Bildende Kunst), Richard Schuberth, Simone Hirth Seidl (Literatur), Anna Katharina Bernreiter, Johannes C. Hoflehner (Darstellende Kunst), Caroline Heider, Michael Part (Künstlerische Fotografie), Ines Schüttengruber, Judith Unterpertinger (Musik), die Gruppe ALMA, der JazzClub Drosendorf (Volkskultur und Kulturinitiativen), Edith Schroll, das Katholische Bildungswerk der Diözese St. Pölten (Erwachsenenbildung/Franz-Stangler-Gedächtnispreis) sowie die BiondekBühne Baden und der Verein Grenzenlos St. Andrä-Wördern (Sonderpreis "Kultur verbindet Kulturen").

"Schwammiger Kulturbegriff"

Die von Claudia Schubert (ORF) moderierte Gala wurde von der Jungen Bläserphilharmonie Niederösterreich und dem Klarinettenquartett Mocatheca musikalisch umrahmt. Bettina Hering, ehemals Leiterin des Landestheaters NÖ und nunmehrige Schauspieldirektorin der Salzburger Festspiele, wies in ihrer Festrede auf das Spiel als Ursprung der Kunst hin, die heute oft zur Konflikt- und Kampfzone werde, wandte sich gegen einen "schwammigen Kulturbegriff" und monierte den Stellenwert von Kultur in der Gesellschaft: "Kultur darf nicht zum Schimpfwort verkommen."

Dem schloss sich auch Mikl-Leitner vollinhaltlich an: Kunst und Kultur seien unverzichtbar für Niederösterreich, die Künstler bildeten eine enorme Bereicherung für das Land. Auf die Frage, ob kulturpolitisch nun schon alles erreicht sei, meinte Mikl-Leitner: "Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein." Schließlich outete sie ihre ganz persönliche Affinität zur zeitgenössischen Malerei, insbesondere zu den Gugginger Künstlern: Über ihrem Schreibtisch befinde sich ein Bild von Heinrich Reisenbauer. (APA, 4.11.2017)

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