Ex-Taliban-Gefangener Bergdahl muss nicht ins Gefängnis

3. November 2017, 17:23
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US-Soldat war 2014 nach Geiselhaft in umstrittenen Gefangenenaustausch freigekommen – Nach Fahnenflucht-Anklage nur Rangherabstufung

Washington – Der US-Soldat Bowe Bergdahl, der 2014 nach fünfjähriger Geiselhaft in einem umstrittenen Gefangenenaustausch freigekommen war, muss nicht ins Gefängnis. Das entschied ein Militärrichter in Fort Bragg am Freitag, wie ein Sprecher der US-Armee sagte.

Der Richter ordnete aber die unehrenhaften Entlassung des 31-Jährigen aus dem Militär an und stufte seinen Rang herunter. Bergdahl muss zudem zehn Monate lang eine Geldstrafe von 1000 US-Dollar zahlen. Die Staatsanwaltschaft hatte sich für eine Haftstrafe von 14 Jahren ausgesprochen.

Unerlaubt entfernt

Bergdahl bekannte sich in dem Verfahren der Fahnenflucht und des Fehlverhaltens vor dem Feind schuldig. Ihm wurde vorgeworfen, andere Soldaten in Gefahr gebracht zu haben, indem er sich Ende Juni 2009 unerlaubt von einem Stützpunkt in der afghanischen Provinz Paktika entfernte. Stunden später wurde er von Taliban-Kämpfern gefangen genommen. Mit ihnen verbündete Militante hielten ihn fünf Jahre lang in Pakistan fest.

Unter dem damaligen US-Präsidenten Barack Obama wurde Bergdahl schließlich im Mai 2014 im Austausch gegen fünf in Guantanamo Bay gefangene Taliban freigelassen – ein stark umstrittener Handel. So hatte auch Donald Trump Bergdahl während des Präsidentschaftswahlkampfes mehrfach als "miesen Verräter" gebrandmarkt.

Wenig überraschend kritisierte Trump das Urteil am Freitagabend auf Twitter.

(APA, 3.11.2017)

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