Fiat 500L Cross: Kindchenschematiker

    8. November 2017, 11:43
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    Fiat hat dem 500L Cross gerade frisch ein dezent ausgefallenes Facelift angedeihen lassen

    Wien – Fiat ist mit dem 500er sehr erfolgreich, die Cinquecentisierung der Palette folglich nachvollziehbar. Dass der Trick mit dem Kindchenschema aufgeht, hatte in den 1990er-Jahren der Mazda 121 "Baby" bewiesen, Fiat seit 2007 mit dem Rückgriff auf das Design des Original-500ers (1957-1977) zudem, dass Retrodesign nachhaltig funktionieren kann – neben Mini der einzige Fall übrigens.

    foto: andreas stockinger
    Auf der Größe eines VW Golf bringt Fiat ein schickes Großraumfahrzeug für fünf Insassen unter, das Design ist klar nach Cinquecento-Vorlage gestrickt. Ein praktischer, komfortabler, vielseitiger Typ.

    Der frisch vom Facelift kommende 500L, den wir testhalber in der rustikalisierten Cross-Variante ausgefasst haben, spielt das Thema seit 2012/13 eine Nummer größer durch, und das Pausbackendesign nach Art der Putti von Raffaels Sixtinischer Madonna ist allgegenwärtig, bis hin zu Interieurgestaltung, Sitzen und Bedienelementen. Im mittigen Pausbackencluster untergebracht ist das suboptimal bedien- und ablesbare Touch-Infotainmentsystem.

    foto: andreas stockinger
    Das Pausbackendesign zieht Fiat bis zum Heck durch.

    Vom Konzept her punktet der 500L mit allen Vorzügen eines Vans. Das inkludiert auch eine verschiebbare Rückbank – 60:40 lässt sie sich nach vorne oder hinten rücken zwecks Maximierung von Sitz- oder Gepäckraum.

    Sichtweisen

    Apropos Kindchenschematiker: Der Nachwuchs ist pipifein kinderschalensitzmäßig hinten unterzubringen. Ebenso gut lässt sich jede Menge Zeugs und Kleinkram verstauen. Nicht so toll ist die Übersicht, speziell zur Seite und nach hinten wird der Blick etwas behindert, ebenso durch den dicken, oft ampelverdeckenden Knubbel an der Frontscheibe, der die vorausblickende Sensorik und den Rückspiegel beherbergt.

    foto: andreas stockinger
    Verspielt ich auch das Innendesign des 500L Cross.

    Fahrwerk, Straßenlage? Familienkutsche, also komfortabel und weich statt sportlich und hart – dafür wäre die Abarth-Version zuständig; allerdings nicht verfügbar, da abartig hinsichtlich Konzept. So viele eilige Väter und Mütter gibt's nicht einmal in Italien. Ein komfortabler Typ also für multiple Einsatzzwecke, deshalb hieß der Urahne ja auch so: Multipla.

    Top-Diesel

    Die Abstimmung passt ebenso gut zum Auto wie der Motor, wobei der mit 120 PS der Top-Diesel ist. Er schnurrt zufrieden vor sich hin und passt recht gut zum 500L Cross. Dass der nicht mehr ganz taufrisch ist, merkt man ihm nach dem Facelift kaum an. Zumal nun ja auch jene Assistenz-Helferlein Einzug gefunden haben, die man heute in einem Auto erwartet. (Andreas Stockinger, 8.11.2017)

    foto: andreas stockinger

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    Fiat

    Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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