Dirty Campaigning gegen Kern: SPÖ ärgert sich über Staatsanwaltschaft

2. November 2017, 16:35
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Ex-ÖVP-Funktionär, der Facebook-Seite gegen Christian Kern betrieben hat, wird von der SPÖ zur Kooperation eingeladen

Wien – Die SPÖ lädt jenen ehemaligen Funktionär der ÖVP, der im Wahlkampf die Facebook-Seite "Die Wahrheit über Christian Kern" betrieben hat, nun zur "Kooperation" ein, wie es Bundesgeschäftsführer Christoph Matznetter formuliert. Von dessen Bereitschaft, zur Aufklärung beizutragen, werde es abhängen, welche weiteren rechtliche Schritte die SPÖ setzen wird.

Wie berichtet, hat die Staatsanwaltschaft einen der ÖVP nahestehenden Social-Media-Experten als Betreiber der Facebook-Seite, die SPÖ-Chef Kern in ein schlechtes Licht rücken sollte, ausgeforscht. Der ehemalige Mitarbeiter der niederösterreichischen ÖVP und des Arbeitnehmerbundes ÖAAB hatte daraufhin angegeben, er habe die Seite auf eigene Faust und ohne Auftrag der Volkspartei betrieben. Was die SPÖ so nicht glauben will. "Er soll offenlegen, wer ihn angestiftet hat, wer die Facebook-Seite operativ betreut und die Anzeigen finanziert hat", sagt Matznetter. Es sei absolut unglaubwürdig, dass die Verleumdungsaktion ein Alleingang gewesen sei. Der Arbeitsaufwand sei gewaltig gewesen, auch die Kosten müssten weitaus höher sein als ein paar Hundert Euro. Die SPÖ schätzt die Kosten auf bis zu 100.000 Euro.

Schwer verärgert ist man bei der SPÖ darüber, dass die Staatsanwaltschaft die Urheberschaft dieser Sudelseite erst nach dem Wahltermin bekanntgemacht hatte, obwohl sie schon davor darüber Bescheid gewusst haben soll. Aufgrund mehrerer Anzeigen von SPÖ und ÖVP wegen gefakter Facebook-Seiten wird wegen des Verdachts der Beleidigung und übler Nachrede ermittelt. (völ, 2.11.2017)

  • SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christoph Matznetter will bei Facebook-Seite gegen Kern nicht an einen Alleingang eines einzelnen Mitarbeiters glauben.
    foto: reuters/bader

    SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christoph Matznetter will bei Facebook-Seite gegen Kern nicht an einen Alleingang eines einzelnen Mitarbeiters glauben.

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