Schieles Nacktheit ist Briten und Deutschen nicht zumutbar

    Ansichtssache3. November 2017, 08:46
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    Wien-Tourismus provoziert mit Wiener Moderne in Deutschland und Großbritannien

    Die Wiener Moderne ist auch 2017 noch zu gewagt. Jedenfalls in Deutschland und Großbritannien, wie der Wien-Tourismus gerade mit einer Kampagne zeigt: Aktbilder Egon Schieles können dort nur mit verdeckten Geschlechtsteilen affichiert werden. Damit spielt diese Kampagne der Wien-Werber zum großen Schwerpunkt 2018. Die Wiener Moderne ist Thema auch in eineinhalb Dutzend großen Museen zwischen Osaka und Tokio, Moskau, Paris, London, New York, Boston und San Francisco.

    wientourismus/wien nord

    "Wir wollen zeigen: So weit sind wir in 100 Jahren nicht gekommen", sagt Wien-Tourismus-Direktor Norbert Kettner. "Hundert Jahre alt und noch immer zu gewagt?", fragt die Kampagne auf einem Balken über Egon Schieles privateren Teilen ("Sitzender Männerakt").

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    wientourismus/wien nord

    Und über dem breiten Sichtschutz über dem "Stehenden nackten Mädchen mit orangefarbenen Strümpfen" sagt die Kampagne bei den Briten mit einem großen "Sorry", dass das Sujet für ihr Land noch zu gewagt sei (Unterwäschewerbung aber kein Problem).

    Mit den Nutzungsregeln von Facebook müsste die künstlerische Nacktheit vereinbar sein – auch das testet Wien-Tourismus im Rahmen der Kampagne aus.

    #DerKunstIhreFreiheit (korrigiert, red.) ist der passende Social-Media-Hashtag – das halbe Motto der Wiener Secession. Die sorgt auch für das digitale Angebot zum Schwerpunktjahr 2018 mit der digitalen Secession unter www.wienermoderne2018.info/

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    wientourismus/wien nord

    Kettner überlegt, die Kampagne auch in den USA auszurollen – "das wir noch einmal spannender". In Wien hätte die Gewista übrigens auch ganz ohne Balken kein Problem mit den Sujets.

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    foto: wientourismus/oliver pelzer

    Auf der Großen Bleichen in Hamburg hängt schon ein Megaboard mit dem teilverdeckten Schiele.

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    foto: rainer fehringer / wien tourismus

    Tourismusdirektor Norbert Kettner (rechts) und Hans-Peter Wipplinger, Direktor Leopold-Museums Wien, vor Schieles "Sitzender Männerakt". (red, 3.11.2017)

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