Forderung an Verhandler: Jugendvertretung will sechste Urlaubswoche

2. November 2017, 08:17
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Bundesjugendvertretung für billigeres Wohnen und Angleichung von Zivil- an Wehrdienst und flächendeckende Einführung von politischer Bildung als Schulfach

Wien – Die Bundesjugendvertretung (BJV) hat den Parlamentsparteien ihre Forderungen anlässlich der Regierungsbildung übermittelt. Der Wunschkatalog spannt sich von der flächendeckenden Einführung von politischer Bildung als Schulfach über spezifische Fördermodelle für das erste Eigenheim bis hin zur Verbesserung der Situation junger Flüchtlinge.

In einer Aussendung appelliert BJV-Vorsitzender Derai Al Nuaimi an die verhandelnden Parteien, Kindern und Jugendlichen den Stellenwert einzuräumen, der ihnen zustehe. Drei Millionen Menschen in Österreich seien unter 30 Jahre. Ihre Anliegen müssten sich als Schwerpunkt im neuen Regierungsprogramm wiederfinden, ergänzt Co-Vorsitzende Martina Tiwald. Zur Umsetzung der Vorstellungen plädiert man für ein stark ausgestattetes Kinder- und Jugendministerium.

Eigenes Kinder- und Jugendministerium

Die Anliegen der Jugendlichen sind breit gefächert. Verlangt wird etwa der Ausbau der Kinderbetreuung mit geeignetem Betreuungsschlüssel und ganztägigen Öffnungszeiten. Im Schulbereich wünscht man sich eine flexiblere Unterrichtsgestaltung aber auch einen Ausbau des Angebots an Sozialarbeitern und Pädagogen. Geschlechterstereotypen sollen bereits im Kindergarten aufgebrochen werden. Gewollt ist ferner eine Stärkung von Zivilcourage in Schule und Jugendarbeit, um Hass im Netz entgegenzuwirken. Verlangt wird von der Jugendvertretung auch, wirksame Strategien gegen sexualisierte und sexistische Bilder und Berichterstattung in Werbung und Medien zu erarbeiten.

In der nächsten Regierung will man ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis sehen. Was die Sozialpolitik betrifft, möchte die Jugendorganisation eine bundesweit einheitlich geregelte bedarfsorientierte Mindestsicherung. Dazu soll eine universelle Kindergrundsicherung etabliert werden. Die Arbeitszeit will man durch Zugang für alle zur sechsten Urlaubswoche verkürzen. Dazu brauche es flexiblere Arbeitszeiten. Weiters auf der Agenda steht die Bekämpfung von prekären Arbeitsverhältnissen, inklusive unbezahlter Praktika. Schließlich plädiert die Bundesjugendvertretung noch für eine Angleichung von Wehr- und Zivildienst, speziell was die Dauer anlangt, will einheitliche Jugendschutzregelungen in Österreich und verlangt ein weiteres Mal leistbare Verhütungsmittel für junge Menschen. (APA, 2.11.2017)

  • Die Bundesjugendvertretung fordert eine Angleichung von Wehr- und Zivildienst, speziell was die Dauer anlangt.
    foto: apa/hochmuth

    Die Bundesjugendvertretung fordert eine Angleichung von Wehr- und Zivildienst, speziell was die Dauer anlangt.

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