Halloween-Burka

Einserkastl1. November 2017, 18:42
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Ein ausnahmegenehmigtes Brauchtum

Wir hatten jetzt Halloween. Kinder und Erwachsene streifen mit schaurigen Masken durch die Straßen. Im Sinne des Antigesichtsverhüllungsgesetzes eigentlich verboten, oder? Junge Frauen, die mit Schal vor dem Mund aufgegriffen werden, sind schon bestraft worden. Eigentlich geht es ja um ein Burkaverbot, aber so präzise konnten es unsere Regierenden nicht formulieren.

Das bietet natürlich für frivole Zeitgenossen Gelegenheit, unernste Fragen (auf Twitter) an die staatlichen Autoritäten zu stellen: "Liebe Landespolizeidirektion Wien, zählt Halloween als traditionelle Veranstaltung im Sinne des AGVerG? Und wenn ja, wann muss ich spätestens wieder heim?" In der LPD Wien sitzen Menschen mit Humor. Die Antwort: "Auch wenn Sie erst in den frühen Morgenstunden mit dem Halloweenkostüm nach Hause kommen, stellt dies kein Problem dar".

Jetzt grundsätzlich: "Wie ist das mit einer Burka als Halloween-Kostüm?" Geduldig antwortet die LPD: "Der Einzelfall muss natürlich überprüft werden. Halloween gilt jedoch als Brauchtum, somit sind Verkleidungen jeglicher Art erlaubt."

Ja, Halloween ist ein uraltes Brauchtum. In Irland – oder in den USA. Bei uns ist es ein kaum 20 Jahre alter Import. In der Polizei, wo man das Burka-Gesetz offenbar auch für einen populistischen Blödsinn hält, hat man beschlossen, es einfach als ausnahmegenehmigtes Brauchtum zu deklarieren. (Hans Rauscher, 1.11.2017)

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