Chili hilft dabei, salzärmer zu essen

4. November 2017, 11:00
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Chinesische Studie stellt Zusammenhang zwischen Salz- und Capsaicin-Konsum her

Dallas – Wer vom Arzt eine salzärmere Ernährung empfohlen bekommen hat und nicht so recht weiß, wie er das hinbekommen soll, für den hat die American Heart Association einen praktischen Tipp parat: Chili. Scharfes Essen soll unsere Lust auf salzigen Geschmack etwas einbremsen.

Die medizinische Non-Profit-Organisation mit Sitz in Dallas beruft sich dabei auf eine aktuelle chinesische Studie, die in ihrem Journal "Hypertension" erschienen ist. Forscher der Militär-Medizinischen Universität Chongqing befragten darin 606 erwachsene Probanden nach ihren Ernährungsgewohnheiten, insbesondere was Salz- und Gewürzkonsum anbelangt, und maßen deren Blutdruck. Das Ergebnis: Vorliebe für scharfes Essen korrelierte mit niedrigerem Blutdruck und geringerem Salzkonsum.

Untersuchungen der Gehirnaktivität beim Essen lieferten eine mögliche Erklärung. Die Forscher fokussierten auf die Inselrinde und den orbitofrontalen Cortex, die mit dem Geschmacksempfinden in Verbindung gebracht werden. Sie stellten fest, dass die Regionen, die von salzigen und scharfen Eindrücken stimuliert werden, einander überlappen. Außerdem verstärkt Schärfe die Aktivität in den Regionen, die eigentlich von Salz aktiviert werden.

Die Schlussfolgerung des Teams um Zhiming Zhu: Wer beim Kochen mehr Capsaicin-haltiges Gewürz verwendet (also den Inhaltsstoff von Paprika bzw. Chili), kommt mit weniger Salz aus und erreicht dennoch ein Ergebnis, das "richtig" schmeckt. (red, 4. 11. 2017)

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