FC Bayern sucht den Superstürmer

31. Oktober 2017, 16:51
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Lewandowski angeschlagen, Müller verletzt: Der FC Bayern hat ein Stürmerproblem und will einen Teilzeit-Torjäger holen

Glasgow – Mit dem Notstand kam die Einsicht. Erst die leichte Verletzung von Robert Lewandowski und dazu der längere Ausfall von Thomas Müller haben bei Bayern München ein Umdenken bewirkt. Die Vakanz hinter Lewandowski im Sturmzentrum wird nun doch als Problem erachtet. "Wir schauen uns um", sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic über eine mögliche Nachverpflichtung im Winter.

Der deutsche Fußball-Rekordmeister ist auf der Suche, der bislang abgelehnte Back-up nunmehr eine Notwendigkeit. "Unsere Decke vorne ist zu dünn", stellte Trainer Jupp Heynckes bereits fest, der im Triple-Jahr 2013 mit Claudio Pizarro den damaligen Idealtyp für diese Rolle im Kader hatte. Allerdings hinter Mario Mandzukic und Mario Gomez.

"Wahnsinn, dass wir nur einen Stürmer haben"

Jetzt muss ein anderer Teilzeit-Torjäger gefunden werden. Es ist an Salihamidzic, die entsprechenden Pläne der Chefetage zu präsentieren. "Wenn die sportliche Leitung irgendeinen Namen sinnvoll vorträgt, dann werden wir uns damit befassen", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der im Sommer den Bedarf noch grundsätzlich bestritten hatte: "Wir sind uns mit dem Trainer einig, dass wir im Sturm nichts mehr machen wollen. Das macht keinen Sinn."

Der Trainer hieß damals allerdings noch Carlo Ancelotti, Heynckes sieht bekanntlich einiges anders als sein Vorgänger – und nicht zuletzt deshalb rückte das Thema nun wieder auf die Bayern-Agenda. Auch die Mannschaft befürwortet das, Lewandowski ohnehin. "Eigentlich Wahnsinn, dass wir nur einen Stürmer haben", klagte Jerome Boateng. "Es wäre gut, wenn ich ein bisschen mehr Ruhe bekommen könnte", meinte der polnische Top-Stürmer.

Dzeko, Kießling, van Persie

Auf diversen Online-Plattformen wird munter über Kandidaten spekuliert. Die Liste reicht dabei von ziemlich weit hergeholten Varianten bis zu durchaus überlegenswerten Lösungen. Es ist denkbar, dass die Münchner für das nächste Halbjahr eine Art Pizarro 2.0 suchen. Der clevere Stürmer war brandgefährlich als Joker, hatte aber nicht den Anspruch auf einen festen Stammplatz und war doch notfalls in der Lage, auch einmal über 90 Minuten zu spielen.

Ein Name, der gefallen ist: Edin Dzeko. Der Bosnier hat aber Vertrag bis 2020 beim AS Rom. Und in Anbetracht der aktuellen Form des 31-Jährigen wäre ein Transfer wohl teuer. Dzeko traf in 13 Pflichtspielen schon zehnmal.

Vielleicht kommt für die Rolle des Ersatzstürmers auch ein Stefan Kießling (33) in Betracht, der kurz vor dem angekündigten Ende seiner Laufbahn bei Bayer Leverkusen ausgedient hat und in dieser Saison nur zu zwei Kurzeinsätzen kam. Heynckes kennt den gebürtigen Franken, beide hatten zwischen 2009 und 2011 in Leverkusen eine erfolgreiche gemeinsame Zeit. Kießling hätte zudem den Vorteil, noch für die Champions League gemeldet werden zu können. Ein dickes Fragezeichen steht allerdings hinter seiner physischen Verfassung.

Eine Überlegung wert wäre sicher auch der Niederländer Robin van Persie (34), der bei Fenerbahce Istanbul noch bis zum Sommer 2018 unter Vertrag steht. Sandro Wagner, der seinen festen Stammplatz in Hoffenheim aufgeben und seine WM-Chance riskieren würde, oder Mario Gomez, der in Wolfsburg im Wort steht, sind eher unwahrscheinliche Kandidaten. (sid, red, 31.10.2017)

  • Alarmstufe Rot: Der FC Bayern hat keinen Backup für seinen verletzten Stürmer Robert Lewandowski.
    foto: ap/schrader

    Alarmstufe Rot: Der FC Bayern hat keinen Backup für seinen verletzten Stürmer Robert Lewandowski.

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