Wifo: Exporte und privater Konsum kurbeln Wachstum an

31. Oktober 2017, 09:30
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BIP legte gegenüber dem zweiten Quartal um 0,8 Prozent zu – Industrie-Wertschöpfung auf höchstem Stand seit 2010

Wien – Österreichs Wirtschaft hat im dritten Quartal ihr Wachstumstempo gehalten. Von Juli bis September legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem vorhergehenden Vierteljahr erneut real um 0,8 Prozent zu. Im Jahresabstand stieg das BIP um 2,6 Prozent, nach 2,8 Prozent im zweiten Quartal, teilte das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) am Dienstag mit.

Die starke konjunkturelle Dynamik setzte sich damit weiter fort, erklärte das Wifo zu seiner Schnellschätzung. Saison- und arbeitstagbereinigt, also nach Eurostat-Kriterien, wuchs das BIP im Quartalsabstand um 0,6 (nach 0,7) Prozent.

Starker Konsum

"Der Aufschwung steht auf breiter Basis", so die Fachleute des Instituts. Sowohl die Binnennachfrage als auch die Außenwirtschaft würden zum starken Wachstum beitragen. Die Konsumnachfrage der privaten Haushalte habe sich erneut als stabile Wachstumsstütze erwiesen. Die private Konsum sei im dritten Quartal gegenüber dem vorhergehenden Vierteljahr um 0,4 Prozent expandiert (nach +0,3 Prozent im zweiten Quartal), ebenso stark wie die öffentlichen Konsumausgaben (die davor nur um 0,2 Prozent zugelegt hatte).

Auch die Ausweitung der Investitionen stützte laut Wifo erneut das Wirtschaftswachstum. Die Nachfrage nach Bruttoanlageinvestitionen (Ausrüstungs- und Bauinvestitionen) stieg um 0,7 Prozent (nach +1,3 Prozent im zweiten Quartal).

Exportwachstum abgeschwächt

Wie schon im gesamten Jahr 2017 trug auch der Außenhandel positiv zum Wachstum bei, obwohl sich die Dynamik zuletzt leicht abschwächte. Ex- und Importe expandierten im dritten Quartal langsamer (um je 0,8 Prozent, nach 1,3 Prozent im Vorquartal).

Die Industriekonjunktur beschleunigte dagegen das Wachstumstempo im dritten Quartal deutlich: Die Wertschöpfung der Sachgüterproduktion stieg gegenüber dem vorhergehenden Vierteljahr um 2,3 Prozent (nach einem Plus von 1,8 Prozent im zweiten Quartal) und erreichte damit das höchste Wachstum seit dem Jahr 2010.

Die Bauwirtschaft verzeichnete im dritten Quartal erneut Zuwächse, auch hier aber weniger dynamisch (+0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal, nach +0,7 Prozent im zweiten Quartal). Ebenfalls positive Beiträge kamen von den Marktdienstleistungen. Die Wertschöpfung im Handel stieg um 0,8 Prozent, in der Beherbergung und Gastronomie um 0,5 Prozent.

Das Update zur BIP-Entwicklung im dritten Quartal plant das Wifo für 30. November. Ihre nächsten vierteljährlichen Konjunkturprognosen das Wifo und das Institut für Höhere Studien am 21. Dezember vorlegen. (APA, 31.10.2017)

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