Sturm in Deutschland: Drei Tote, Ölfrachter gestrandet

30. Oktober 2017, 05:59
6 Postings

Erhebliche Schäden durch Unwetter, Zugsverkehr im Norden und Osten teilweise lahmgelegt

Berlin – Nach dem zweiten großen Herbststurm Herwart bemüht sich die Deutsche Bahn, den teilweise lahmgelegten Zugsverkehr im Norden und Osten Deutschlands rasch wieder in Gang zu bringen. Vor allem rund um Hamburg wird esjedoch auch am Montag noch Sperren geben. Einzelne Züge auf den Verbindungen Berlin–Leipzig, Berlin–Halle–Erfurt, Dortmund–Hannover und Kassel–Hannover–Hamburg sollten den Betrieb aber bald wieder aufnehmen.

Auf der wichtigen Strecke zwischen Hannover und Berlin werden voraussichtlich ab Montagmorgen erste Züge wieder fahren, ebenso auf den Routen Hannover-Magdeburg, Berlin und Dresden, sowie Münster und Norddeich. Dagegen dürften die Arbeiten auf den vom Sturmtief Herwart stark getroffenen Strecken Hamburg–Berlin, Dortmund–Bremen–Hamburg, Hamburg–Westerland, Hamburg–Kiel, Hamburg–Lübeck–Puttgarden, Hamburg–Rostock–Stralsund sowie Berlin–Stralsund wohl länger andauern. Die Deutsche Bahn hatte am Sonntag in sieben Bundesländern ihren Fernverkehr gestoppt.

Mehrere Tote, Verletzte und erhebliche Schäden – das war die Bilanz von Herwart am Wochenende in Europa. An der Nordsee in Niedersachsen wurde ein 63-jähriger Camper von der Sturmflut überrascht und ertrank. In Mecklenburg-Vorpommern kenterte ein Motorboot mit drei Urlaubern aus Sachsen. Eine 48-jährige Frau starb noch am Abend im Krankenhaus, ein 56 Jahre alter Mann in der Nacht zum Montag. Die Suche nach einem weiteren Passagier, einem 48 Jahre alten Mann, blieb erfolglos. Sie soll am Montag per Boot fortgesetzt werden.

Frachter gestrandet

In der Nordsee ist bei starkem Seegang durch Sturm vor Langeoog ein Frachter auf Grund gegangen. Sämtliche Rettungsversuche schlugen zunächst fehl. Die 225 Meter lange, unbeladene Glory Amsterdam hatte sich am Sonntag in der Deutschen Bucht losgerissen. Nach bisherigen Erkenntnissen seien die 22 an Bord befindlichen Menschen unverletzt, hieß es vom deutschen Havariekommando, das die Einsatzleitung übernommen hat.

Mehrere Menschen wurden außerdem bei Sturm-Unfällen in Deutschland verletzt. In Polen und Tschechien waren mindestens drei Todesopfer zu beklagen. Als der Sturm abflaute, begann vielerorts das große Aufräumen. Viele Straßen waren zuvor wegen umgekippter Bäume gesperrt worden – vor allem in Nord- und Ostdeutschland entwurzelte Herwart zahlreiche Bäume. Der Wind erreichte Geschwindigkeiten von bis zu 176 Kilometern pro Stunde am Fichtelberg und 144 Kilometern pro Stunde auf Fehmarn. Er wird sich laut Deutschem Wetterdienst zu Wochenbeginn wieder abschwächen. (APA, 30.10.2017)

  • Die "Glory Amsterdam" vor Langeoog.
    foto: afp photo and bundespolizei

    Die "Glory Amsterdam" vor Langeoog.

  • Ein Kind spielt am überfluteten Fischmarkt in Hamburg im Wasser.
    foto: reuters/fabian bimmer

    Ein Kind spielt am überfluteten Fischmarkt in Hamburg im Wasser.

Share if you care.