Grace-Satelliten dürfen als Sternschnuppen verglühen

28. Oktober 2017, 09:08
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Satelliten-Duo diente zur Erkundung des Gravitationsfelds

Potsdam – Nach 15 Jahren im All geht die Mission der beiden Grace-Satelliten ("Gravity Recovery and Climate Experiment") zur Erkundung des irdischen Gravitationsfelds zu Ende. Wegen Ausfalls einer Batteriezelle und immer schwächerer Datenübertragung werde Grace 2 außer Betrieb genommen, teilte das Geoforschungszentrum (GFZ) Potsdam am Freitag mit.

Grace 2 werde zur Erde zurückgelenkt und voraussichtlich Mitte bis Ende November in die Atmosphäre eintreten und verglühen. Möglicherweise können kleine Bruchstücke auf der Erde landen. Das Risiko, dass jemand verletzt werde, sei aber minimal. Auch für Grace 1 ist bald Schluss: Nur bis Jahresende werden noch Daten geliefert. Dann winkt dem Satelliten das gleiche Schicksal wie seinem Partner.

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Ein etwas anderes Bild von unserem Heimatplaneten: die Potsdamer Kartoffel.

In die Schlagzeilen kam die Satelliten seinerzeit unter anderem, als aus ihren Daten – zusammen mit denen von anderen Satelliten – ein Modell des irdischen Gravitationsfelds erstellt wurde, das dessen Abweichungen von der idealen Kugelform zeigt. Eine stark überhöhte Darstellung ist die berühmte "Potsdamer Kartoffel", erstellt am Potsdamer GFZ.

Grace ist ein gemeinsames Projekt von GFZ, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der US-Raumfahrtbehörde NASA. In den vergangenen 15 Jahren habe das Tandem das Schwerefeld der Erde und die Veränderungen präzise gemessen, sagte Reinhard Hüttl, Wissenschaftlicher Vorstand der GFZ. Die Daten würden unter anderem dabei helfen, Veränderungen des Grundwassers oder das Verschwinden der Gletscher genau zu dokumentieren. (APA, red, 28. 10. 2017)

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