Sebastian Kurz: "... oder sie wird nicht sein"

Einserkastl27. Oktober 2017, 17:50
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Die FPÖ wird niemals wirklich europafreundlich sein

"Meine Regierung wird europagesinnt sein, oder sie wird es nicht geben."

Sagte Sebastian Kurz in einem Interview mit der italienischen Zeitung "Corriere della Sera". Bei den Verhandlungen mit der FPÖ werde er "klar die Bedingung stellen, dass das Regierungsprogramm meinen europaorientierten Überzeugungen entspricht".

Das wollen wir uns gut merken.

Die FPÖ wird niemals wirklich europafreundlich sein. Punkt. Sie pendelt hin und her zwischen formalen Beteuerungen, dass sie zur EU stehe – allerdings zu einer, die sich ganz gründlich verändern und reformieren werde, möglicherweise bis zur Unkenntlichkeit -, und konkludenten Handlungen, die klar europafeindlich sind: die Fraktionsgemeinschaft im EU-Parlament mit rechtsradikalen, europafeindlichen Parteien; der Handkuss von Norbert Hofer für Marine Le Pen; Straches wenig vordenkerische, ja nicht einmal denkerische Behauptung, den Briten gehe es nach dem Brexit besser; die Forderungen nach einer Öxit-Volksabstimmung; die "Briederchen!"-Kumpanei mit den Putinisten; der extrem deutschnationale Hintergrund der 40 Prozent Burschenschafter im FPÖ-Klub; die Sehnsucht, Österreich möge zum "Visegrád"-Verein der EU-Feinde in der EU um Orbán und Kaczynski gehören.

Wenn es danach geht, kann es keine Regierung Kurz mit der FPÖ geben. Wird es aber. (Hans Rauscher, 27.10.2017)

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