Montforter Zwischentöne: Schluss, aus, fertig

31. Oktober 2017, 08:00
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Das Festival widmet sich dem Vollenden – in der Musik, im Film, in der Literatur. Was noch nicht fertig ist, entsteht beim Zuschauen und Zuhören

Feldkirch – Franz Schuh oder Franz Schubert? Die besten letzten Szenen aus Filmen oder die besten letzten Nummern auf LPs? Turnhalle oder Festsaal?

Die Montforter Zwischentöne (ab 2. 11.) bieten beides und mehr: Das Feldkircher Festival ergänzt seine Musikkompetenz nämlich um außermusikalische Themenschwerpunkte. Solche bietet jedenfalls das Festivalprogramm unter dem Motto "Vollenden": Zu einem Rückblick des 1944 geborenen Schachgroßmeisters Vlastimil Hort auf furiose letzte Züge (5. 11.) spielt Robert Bernhard am Saxofon. Die Cellistin Margarethe Deppe erwartet den Wiener Essayisten Franz Schuh (4. 11.). Ein Stapel Bücher steht bereit: Diesen wird Schuh, erst vor Ort mit der Titelauswahl konfrontiert, extemporierend, improvisierend "ordnen".

Der Altersforscher Andreas Kruse wiederum (3. 11., 20.00) wählt Johann Sebastian Bach nicht nur aus, um anhand seiner Person über Reife nachzudenken, sondern setzt sich selbst an den Flügel, um Bachs Spätwerk zu intonieren.

Zwei Wochenenden

Den Auftakt zur Herbstausgabe der Zwischentöne, traditionell rund um Allerheiligen angesiedelt, macht neuerlich der informelle Gruß aus der Küche (2. 11.): dreißig Minuten lang trifft man sich beim Gespräch auf Ein Achtel Konzert. Es folgt Wolfgang Mörths Zusammenschnitt von Leinwandausklängen als Happy End. Der Film – in Spielfilmlänge! Aufschlussreich wird der Abschluss des ersten Wochenendes (5. 11.): Da bieten mit Transmitter-Obmann Bernhard Amann und KUB-Direktor Thomas D. Trummer zwei gestandene Auskenner ihren privaten musikalischen Fundus auf und präsentieren liebste letzte Titel auf diversen Tonträgern.

Am zweiten Wochenende (17./18. 11.) ist das Montforthaus die Spielstätte für Werke von Franz Schubert und John Dowland. (Petra Nachbaur, 31.11.2017)

2. 11. – 18. 11., Feldkirch, diverse Orte

Montforter Zwischentöne

  • Der Essayist Franz Schuh bringt, begleitet von der Cellistin Margarethe Deppe, Bücherstapel in Ordnung.
    foto: corn

    Der Essayist Franz Schuh bringt, begleitet von der Cellistin Margarethe Deppe, Bücherstapel in Ordnung.

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