Die Autos werden immer dicker

4. November 2017, 09:14
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Der SUV-Boom ist das genaue Gegenteil von unserer Angst vorm Klimawandel

Manchmal kriegen Begehrlichkeiten eine Dynamik, die man sich nur schwer erklären kann – zum Beispiel die Sports Utility Vehicles. Es gibt ja kaum mehr einen Autohersteller, der in dieser Fahrzeugklasse nicht vertreten wäre (außer Ferrari). Dazu kommt auch noch, dass sich das Phänomen nicht mehr nur auf eine mittelgroße bis große Fahrzeugkategorie beschränkt, sondern sich mittlerweile bis zu den Kleinwagen erstreckt. Ja man könnt sogar sagen, selbst bei den Kleinwagen wird mittlerweile bevorzugt zum SUV gegriffen.

Der große Spalt

Die Gesellschaft erscheint gespalten, und nicht nur die Gesellschaft, sondern letztlich jeder Einzelne. Mit unserem Talent zur Ängstlichkeit fürchten wir uns vor dem Klimawandel, mit unserer Lebensfreude kaufen wir Autos, die nicht unbedingt diesen bremsen. Jedenfalls ist erwiesen, dass Autos mit merklich höherem Gewicht und höherem Luftwiderstand auch zwingend mehr Kohlendioxid ausstoßen.

Dabei mag man unsere verkappte Abenteuerlust, die wir nirgends ausleben können, die wir aber ausdrücken wollen, als Ursache für diese nicht sehr rationalen Kaufentscheidungen sehen, es gibt aber auch noch andere Gründe.

Vans und SUVs

Unser allgemeiner Wohlstand hat dazu geführt, dass wir ständig viel zu transportieren haben. Bisher wurden dafür auch gerne Kombis oder Vans gekauft. Vor allem aber Vans sind im Gegenzug zu den SUVs in ihrer Beliebtheit gesunken.

Es geht also nicht vordringlich um ein bisschen Geländewagen-Style, sondern unsere Autos sind mit dem Wohlstand allgemein dicker geworden. (Rudolf Skarics, 4.10.2017)

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    Mannshoh ist manch ein SUV – der hohe Luftwiderstand wirkt sich auf den Verbrauch aus.

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