Hyundai Kona: Heiß umfehdet, wild umstritten

    28. Oktober 2017, 08:54
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    4,17 Meter Länge – damit positioniert sich der Kona in einem Segment besonders kompakter SUVs, in dem beinahe im Monatsrhythmus neue Gegner auftauchen

    Barcelona – Sagen wir es kurz und knapp: Vorn Franzose, hinten eher Japaner, und was dazwischen ist, hat sich irgendwie von selbst ergeben. Das Auto ist trotzdem oder gerade deswegen gelungen und hübsch und unseren Erwartungshaltungen gemäß auch ein wenig extravagant. Die Koreaner können sich auf ihren Hausdesigner Peter Schreyer verlassen, er kennt den Nerv einer Zeit und trifft ihn auch, hier an dieser Stelle möchte man doch sagen, mit hoher Professionalität.

    foto: hyundai
    Beim kleinsten Hyundai-SUV durften sich die Designer unter der Ägide von Peter Schreyer austoben. Ergebnis ist ein Erscheinungsbild, das vermutlich – und ganz nach Wunsch – eher junges Publikum ansprechen wird. Und die rustikalen Applikationen sollen Abenteuer, Gelände und Verwegenheit signalisieren.

    Dass wir in solchen Autos das Aus- und Einsteigen mit geringstmöglicher Verrenkung und damit auch an schlechten Tagen immer noch in einer gewissen Élégance bewältigen, ist auch hier selbstverständlich. Das Fahrgefühl kommt sehr gut rüber. Lenkung, Antrieb und Federung bilden eine harmonische Einheit, wobei wir hier konkret den 170-PS-Benziner mit Allradantrieb meinen.

    Die neue Doppelkupplungsautomatik arbeitet exakt und reagiert unmittelbar, genauso die Lamellenkupplung, die die Antriebsmomente praktisch verzögerungsfrei bei Bedarf auch zu den Hinterrädern leitet.

    Nur vorn oder überall

    Die Fröhlichkeit und Dynamik des Allradlers rührt natürlich auch von seiner satten Leistung von 177 PS her – Allradantrieb ist (derzeit) nur mit dem starken 1,6-Liter-Vierzylinder-Benziner erhältlich. Dafür ist der Ein-Liter-Dreizylinder mit Frontantrieb und 120 PS auch deutlich billiger und sicher auch nicht schwachbrüstig.

    foto: hyundai
    Als einer der wenigen seiner Klasse gibt es den Kona auch mit Allrad – aber nur in Kombination mit dem stärksten Benziner (177 PS).

    Der Innenraum ist, wie wir das von Hyundai gewohnt sind, recht konventionell gestaltet, dabei aber schon mit vielen elektronischen Helfern zu haben, hervorgehoben sei stellvertretend die radarbasierte Querverkehrsassistenz für das Rückwärts-Ausparken. Das Head-up-Display arbeitet, wie in dieser Fahrzeugklasse üblich, mit einem versenkbaren Reflektorscheibchen am Armaturenträger. Auch das 8-Zoll-Display an der Mittelkonsole liegt gut im Sichtfeld.

    foto: hyundai
    Klassische Armaturen mit zusätzlichem Head-up-Display erstmals bei Hyundai und 8-Zoll-Bildschirm an der Mittelkonsole.

    Vorn sitzen auch großgewachsene Personen sehr gut, die Schenkelauflage ist klassenüblich nicht allzu lang, aber dafür der Verstellbereich der Sitze und auch Kopfstützen sehr weit. In der zweiten Reihe und in Sachen Kofferraum gibt's dann keine Überraschung mehr, weil das Auto eben keine viereinhalb Meter oder länger ist, sondern nicht einmal 4,20.

    foto: hyundai
    Die ersten Diesel kommen erst 2018.

    Der Verkauf der Benzin-Varianten hat bereits begonnen, wer einen Diesel will, muss noch ins Jahr 2018 hinein warten, da kommen dann nämlich schon die supersauberen nach Euro 6c als 1,6-Liter mit 115 oder 136 PS. Wer lokal völlig abgasfrei unterwegs sein will, kriegt den Kona nächstes Jahr auch elektrisch, und zwar mit zwei Batteriegrößen, die größere schafft dann an die 500 km Reichweite, heißt es – das ist dann nur mehr eine Preisfrage. (Rudolf Skarics, 28.10.2017)

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    Hyundai

    Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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