Heines "Deutschland. Ein Wintermärchen": Von gestern? Von heute!

    31. Oktober 2017, 10:23
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    Katharina Thalbach liest

    Erstaunlich, wie alt so mancher Gegenwartsautor wirkt – und wie lebendig ein Autor, der vor 220 Jahren zur Welt kam! Und wie scharf dieser Heinrich Heine die Welt ansah, die sich radikal veränderte und die scharf geteilt war, in oben und unten aufgespalten, in Reich und Arm, in der immer mehr in prekären Verhältnissen lebten und Aufstände mal mehr, in der Regel weniger erfolgreich waren.

    Deutschland. Ein Wintermärchen in 27 Kapiteln, von Heine "Caput" genannt, ist sein bekanntestes Werk, eine glanzvolle Satire, von der so manche Wendung umgangssprachlich geworden ist. Eine Reise durch Europas geografische, geistige und kulturelle Kleinstaaterei, von Paris nach Hamburg, funkelnd, so leicht wie enorm geistreich, unternimmt der im Exil Lebende.

    In Katharina Thalbach hat diese Dichtung eine fulminante, die ironischen Töne und Unterströmungen des Textes beschwingt lesende Rezitatorin gefunden. Bei ihr merkt man nichts von Patina in den Versen, vielmehr eine sprudelnde Lebendigkeit. Von gestern? Nein, ganz von heute ist dieses Epos! (Alexander Kluy, Album, 31.10.2017)

    Heinrich Heine, "Deutschland. Ein Wintermärchen". € 10,30 / 87 min. GoyaLit, Hamburg 2017

    • Heinrich Heine, "Deutschland.  Ein Wintermärchen". € 10,30 /  87 min. GoyaLit, Hamburg 2017
      foto: goyalit

      Heinrich Heine, "Deutschland. Ein Wintermärchen". € 10,30 / 87 min. GoyaLit, Hamburg 2017

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