Reisen, Fliegen, Sex: Was Herzschwäche-Patienten beachten sollten

    28. Oktober 2017, 07:00
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    Ein schwaches Herz schränkt Betroffene ein. Worauf sie verzichten müssen, hängt vom Schweregrad der Erkrankung ab

    Die Herzschwäche (Herzinsuffizienz) ist eine ernste Erkrankung. Sie führt dazu, dass das Herz nicht mehr in der Lage ist, den Körper ausreichend mit Blut und damit mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Nicht nur das Herz selbst, auch andere Organe wie Gehirn, Nieren oder Muskeln werden in Mitleidenschaft gezogen. Es kommt zu Beschwerden wie Atemnot, Leistungsschwäche und Flüssigkeitseinlagerungen in den Beinen und Knöcheln (Ödeme).

    Da sich insbesondere die Atemnot bei körperlicher Anstrengung verstärken kann, sind viele Herzkranke unsicher, was sie sich zumuten dürfen. Sind Flugreisen noch möglich? Ist die Sexualität eingeschränkt?

    Welche Reisen mit Herzschwäche möglich sind, hängt vom Schweregrad der Erkrankung ab. "Patienten mit leichter Herzschwäche, die nach der NYHA*-Klassifikation I und II keine oder nur geringe Beschwerden aufweisen, können in der Regel ohne wesentliche Einschränkungen verreisen", sagt Magnus Baumhäkel, Kardiologe am Caritas Klinikum St. Theresa, Saarbrücken.

    Ausreichend Medikamente einpacken

    Bei Flugreisen oder Reisen in Gebiete über 1.500 Meter Höhe sowie Gebiete mit hoher Luftfeuchtigkeit sind dennoch einige Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Zu ihrer eigenen Sicherheit sollten Herzkranke genügend Medikamente mitnehmen und vor der Reise die medizinische Versorgung am Urlaubsort klären. In Gegenden, in denen eine medizinische Versorgung nach heutigem Standard fehlt (z. B. eine Klinik mit 24-h-Katheterbereitschaft), "sollten Risikopatienten mit koronarer Herzkrankheit oder einer fortgeschrittenen Herzschwäche nicht reisen", so Baumhäkel. Flugreisen von mehr als vier Stunden bergen durch den verringerten Sauerstoffgehalt der Luft sowie den Bewegungsmangel im Flugzeug das Risiko einer Venenthrombose. Folgende Tipps helfen, das Risiko zu verringern:

    • Ein Gangplatz ist ratsamer, als einer am Fenster. Während des Fluges sollte man sich regelmäßig bewegen und umhergehen
    • Beengende Kleidung sollte vermieden werden. Auch das Ausziehen der Schuhe ist ratsam
    • Betroffene sollten Füße und Beine in Bewegung halten (Wadenübungen) und die Beine nicht übereinanderschlagen
    • Mindestens stündlich sollte dem Körper Flüssigkeit zugeführt werden, Kaffee und Alkohol besser meiden
    • Auf langwirkenden Schlafmittel verzichten

    Auf das Fliegen verzichten sollten Patienten mit schwerer Herzschwäche (NYHA IV). Bei mittelschwerer Herzschwäche (NYHA III) ist in puncto Fliegen im Einzelfall zu entscheiden. "Auch diese Patienten bleiben während des Fluges in der Regel ohne Beschwerden. Es kann aber vorkommen, dass Beschwerden am Zielort auftreten, wo sie – abhängig von der verfügbaren medizinischen Versorgung – behandelt werden müssen." Patienten mit mittlerer oder schwerer Herzschwäche (NYHA-Klassifikation III und IV) sollten vor der Reise unbedingt mit ihrem Arzt sprechen.

    Sexualität mit Herzschwäche?

    Die Frage, wie stark sich Herzpatienten belasten dürfen, stellt sich nicht nur auf Reisen. Viele Betroffene sind sich auch im Alltag unsicher, was sie sich noch zumuten können. Darf ich trotz Herzschwäche sexuell aktiv sein? Was muss ich nach einem Herzinfarkt beachten?

    Auch bei diesen Fragen ist der Schweregrad der Herzinsuffizienz entscheidend. Generell gilt: Wer ohne Atemnot zwei Stockwerke hochlaufen kann, ist sexuell kaum eingeschränkt. Dennoch ist es empfehlenswert, sich Zeit für das Vorspiel zu nehmen und bequeme Positionen einzunehmen. Wer plant, Medikamente gegen Impotenz einzunehmen, bespricht dies am besten mit seinem Arzt. (red, 28.10.2017)

    • Wer problemlos zwei Stockwerke bezwingt, ist auch sexuell kaum eingeschränkt, so der Experte.
      foto: ap

      Wer problemlos zwei Stockwerke bezwingt, ist auch sexuell kaum eingeschränkt, so der Experte.

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