Bombenanschlag, Tschetschenen und Zeltlager in der Ukraine

    26. Oktober 2017, 17:45
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    Offenbar Anschlagsversuch gegen rechtsextremen Mandatar

    Kiew/Moskau – Bei einem Bombenanschlag in Kiew sind zwei Menschen ums Leben gekommen, drei Personen wurden verletzt. Mutmaßliches Ziel des Attentats war der rechtsradikale Abgeordnete Igor Mossitschuk, der ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Der unter einem Motorrad angebrachte Sprengsatz explodierte in dem Moment, als Mossitschuk das Gebäude des Fernsehsenders verließ, vor dem das Motorrad stand.

    Iwan Wartschenko, Berater des ukrainischen Innenministeriums, beschuldigte anschließend Tschetscheniens Oberhaupt Ramsan Kadyrow, hinter der Tat zu stecken. Kadyrow habe bereits 2014 gedroht, Mossitschuk zu töten, sagte er. Kremlsprecher Dmitri Peskow nannte die Vorwürfe aus Kiew haltlos und russophob.

    Mossitschuk ist einer der skandalträchtigsten ukrainischen Politiker: Schlagzeilen machte er sowohl mit seinen faschistischen Aussagen als auch durch eine Korruptionsaffäre.

    Saakaschwili demonstriert

    Den Anschlag nutzte derweil Odessas Ex-Gouverneur Michail Saakaschwili, um seine Kritik an der Regierung zu erneuern. Polizei und Geheimdienst schüchterten Unternehmer ein, statt die Sicherheit der Bürger zu garantieren, klagte er.

    Der einstige Mitstreiter von Präsident Petro Poroschenko hat am Wochenende zu einem weiteren "Maidan" gegen die ukrainische Führung aufgerufen. Der in Ungnade gefallene Politiker hatte zuletzt ein Zeltlager auf dem Maidan aufgeschlagen und verspricht ein Ende der Oligarchie in der Ukraine innerhalb von 70 Tagen. (ab, 26.10.2017)

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