WAC von Viertligist eliminiert, Sturm sicher weiter

25. Oktober 2017, 22:36
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Kärntner verlieren gegen SV Wimpassing nach herrlichem Freistoß-Trick – Alar beschert Graz sicheren Sieg – Salzburg ungefährdet – Klagenfurt eliminiert Innsbruck

Während Fußball-Serienchampion Salzburg mit einem 3:0-(1:0)-Erfolg bei Regionalligist Bad Gleichenberg ungefährdet das Viertelfinale des ÖFB-Cups erreicht hat, ist der Mittwoch für den Wolfsberger AC zur Blamage geworden. Der Oberhausklub aus Kärnten musste sich bei Viertligist SV Wimpassing mit 0:1 (0:0) geschlagen geben und ermöglichte den Burgenländern die Fortsetzung ihres Cup-Märchens.

Adil Kouskous erzielte gut 20 Minuten vor dem Ende das Goldtor für den Dritten der Burgenlandliga, der zuvor schon Blau-Weiß Linz und den FC Stadlau eliminiert hatte. Das Favoritensterben fand seine Fortsetzung: Nur noch vier Bundesligisten stehen im Viertelfinale, das am 27./28. Februar 2018 über die Bühne geht.

Regionalligist Austria Klagenfurt warf vor eigenem Publikum im Wörthersee-Stadion mit einem 4:2-(1:2)-Sieg Wacker Innsbruck aus dem Bewerb. Die Innsbrucker steckten den frühen Rückstand durch ein Eigentor von Lukas Hupfauf (5.) noch weg. Roman Kerschbaum versenkte einen Freistoß im Netz (24.), Zlatko Dedic zeigte bei einem Elfmeter keine Nerven (30.). Die hoch motivierten Hausherren brachen deshalb aber nicht auseinander und schlugen nach dem Seitenwechsel eindrucksvoll zurück. Ausgerechnet der Ex-Innsbrucker Thomas Hirschhofer (55.), Sandro Zakany (72.) und Florian Jaritz (93.) machten den Aufstieg für den Drittliga-Neunten perfekt.

Freistoß-Trick

Die Sensation in der 1.500-Seelen-Gemeinde Wimpassing an der burgenländisch-niederösterreichischen Landesgrenze ging in Ordnung. Denn der im Vergleich zum 2:3 in Altach an drei Positionen veränderte WAC konnte sich gegen den Außenseiter lange kaum gute Chancen erspielen, auch wenn Mihret Topcagic in der 54. Minute an der Latte anklopfte.

Zu Beginn der Schlussphase düpierten die Hausherren von Spielertrainer und Ex-Austria-Wien-Kicker Eldar Topic dann bei einem Freistoß mit einem simplen Flachpass in den Strafraum die gesamte WAC-Abwehr, Kouskous schoss aus wenigen Metern ein. Erst danach erhöhten die "Wölfe" den Druck, konnten das Aus aber nicht mehr abwenden.

Salzburg gab sich hingegen keine Blöße, behielt bei Regionalligist Bad Gleichenberg klar die Oberhand und ist damit schon seit 7. Mai 2013 im Cup ungeschlagen. Reinhold Yabo (45.) bei seinem Comeback nach zwei Monaten, Jerome Onguene (62.) mit seinem ersten Tor für die "Bullen" sowie Marc Rzatkowski (85.) machten einen souveränen Erfolg perfekt, mit dem Salzburg die Chance auf den fünften Cuptitel en suite am Leben erhielt. Für den "Riesentöter" aus der Steiermark , der zuvor den Erste-Liga-Verein Wattens sowie die Admira eliminierte hatte, war hingegen Endstation.

Allerdings machten es die hochmotivierten Gastgeber der Elf von Marco Rose vor 4.140 Zuschauern mit viel Leidenschaft lange Zeit schwer. Das 1:0 kurz vor der Pause kam fast überraschend, hatten die Gäste bis dahin doch phasenweise echte Probleme und kaum Chancen herausspielen können. Erst mit der Führung im Rücken konnte die an mehreren Positionen umgestellte Salzburg-Elf nach dem Seitenwechsel ihre Klasse ausspielen und fuhr schließlich einen ungefährdeten Sieg ein.

Starke Grazer

Sturm Graz hat sich im Achtelfinale in bestechender Form präsentiert. Die Elf von Trainer Franco Foda setzte sich am Mittwochabend in der Merkur Arena gegen Altach 4:1 (3:1) durch. Für die Tore sorgten Peter Zulj (7./Elfmeter), der zuletzt krank fehlende Deni Alar (20., 43.) und Thorsten Röcher (81.).

Gäste aus Vorarlberg können damit in Graz gegen Sturm weiter seit November 1967 (Schwarz-Weiß Bregenz) nicht mehr gewinnen. Bernard Tekpetey (25.) konnte vor 6.478 Zuschauern nur für Ergebniskosmetik sorgen.

Die gegenüber dem 3:2 gegen Mattersburg an vier Stellen veränderten Grazer waren vor der Pause in großer Spiellaune, hatten eine hohe Passqualität und kamen immer wieder gefährlich in die finale Zone. Der starke Peter Zulj vergab die erste Chance (5.). Eine Minute später wurde Thorsten Röcher von Philipp Netzer im Strafraum unglücklich zu Fall gebracht, beim Strafstoß flatterten bei Zulj nicht die Nerven.

Die Hausherren glänzten aber nicht nur bei Standards, Treffer Nummer zwei fiel nach einer schönen Kombination über mehrere Stationen, Alar musste den Ball nach Röcher-Zuspiel aus kürzester Distanz nur noch über die Linie drücken (20.). Von den im Vergleich zum 3:2 gegen den WAC an drei Positionen veränderten Altachern war nur einmal in der Offensive etwas zu sehen, der Angriff ging gleich erfolgreich zu Ende – allerdings mit kleinem Schönheitsfehler. Tekpetey nahm sich nach Netzer-Pass das Leder leicht mit der Hand mit, wurde aber nicht zurückgepfiffen und profitierte zudem von einem groben Schnitzer von Sturms Kapitän Christian Schulz (25.).

Unsichere Unparteiische

Es sollte nicht der einzige Fehler des Teams um Schiedsrichter Gerhard Grobelnik bleiben. Stefan Hierländer wurde völlig zu Unrecht wegen Abseits zurückgepfiffen, sein Treffer zählte also nicht (36.). Das 3:1 war aber nur aufgehoben. Alar leitete das Tor mit der Ferse selbst ein und schloss am Ende einer tollen Kombination auch ab (43.).

Zur Pause blieb Zulj wegen Magen-Darm-Problemen in der Kabine, die Grazer gingen es ruhiger an, verwalteten nur noch das Resultat. Altach stellte auf eine Dreierkette um und versuchte mehr für das Spiel zu machen, blieb aber über weite Strecken harmlos. Bei der einzigen starken Aktion war Pech dabei: Ein Tor von Jan Zwischenbrugger wurde fälschlicherweise wegen Abseits nicht anerkannt (69.). Je länger die Partie dauerte, umso mehr Räume gab es für die Grazer. Einen Konter schloss Röcher zum 4:1 (81.) ab. Christian Schoissengeyr hätte per Kopf (87.) gar noch das 5:1 machen können, fand in Altach-Goalie Filip Dmitrovic aber seinen Meister. (APA, 25.10. 2017)

ÖFB-Cup, Achtelfinal-Ergebnisse:

SK Sturm Graz – SCR Altach 4:1 (3:1). Graz, 6.478.
Tore: P. Zulj (7./Elfmeter), Alar (20., 43.), Röcher (81.) bzw. Tekpetey (25.)

Sturm: Siebenhandl – Potzmann, Schoissengeyr, Schulz, Lykogiannis – Lovric, P. Zulj (46. Jeggo), Hierländer, Röcher – Huspek (72. F. Koch), Alar (85. Eze)

Altach: Dmitrovic – Müller, Zech, Netzer, Honsak (83. Schreiner) – Salomon, Piesinger (65. Zwischenbrugger) – Tekpetey (75. S. Nutz), Dobras, Gebauer – Aigner

SV Wimpassing (Landesliga Burgenland) – RZ Pellets WAC 1:0 (0:0).
Tor: Kouskous (72.)

WAC: Sallinger – Frieser (84. Zündel), Sollbauer, Rnic, Wernitznig – Nutz, Rabitsch, Offenbacher, Flecker – Topcagic, Gschweidl

TUS Bad Gleichenberg – FC Red Bull Salzburg 0:3 (0:1). Bad Gleichenberg.
Tore: Yabo (45.), Onguene (62.), Rzatkowski (85.)

Salzburg: Stankovic – Farkas (89. Igor), Onguene, Caleta-Car, Ulmer – Yabo (71. Schlager), Samassekou, Rzatkowski, Haidara – Minamino (77. Tetteh), Wolf

SK Austria Klagenfurt (Regionalliga Mitte) – FC Wacker Innsbruck 4:2 (1:2). Klagenfurt. Tore: Hupfauf (5./Eigentor), Hirschhofer (55.), Zakany (72.), Jaritz (93.) bzw. Kerschbaum (24./Freistoß), Dedic (30./Elfmeter)

Stimmen

Franco Foda (Sturm-Graz-Trainer): "Die Mannschaft hat vom Spielerischen her ein gutes Match abgeliefert. Wir haben sehr gute Kombinationen zu Ende gespielt, waren in der ersten Hälfte sehr ballsicher, nach der Pause aber etwas zu passiv. Da wollten wir im Mittelfeld aggressiver zu Werke gehen. Man muss aber auch bedenken, dass wir einige Spieler dabei hatten, die länger verletzt waren. Wir wollten aufsteigen, das ist uns gelungen. Ich bin natürlich mit dem Ergebnis zufrieden, aber auch mit der Art und Weise, wie wir gespielt haben."

Klaus Schmidt (Altach-Trainer): "Auch wenn der Aufstieg von Sturm Graz gerecht ist, so muss man schon sehen, dass wir praktisch mit 0:2 begonnen haben. Sturm hat uns laufen lassen, wir haben mit dem Anschlusstor in das Spiel zurückgefunden, das 1:3 unmittelbar vor der Pause hat dann aber sehr wehgetan. In der zweiten Hälfte hätten wir effektiver sein müssen. Ich muss mir einige Entscheidungen des Schiedsrichters im TV anschauen, bevor ich sie kommentiere. Der Spielverlauf war nicht für uns."

  • Der verwandelte Elfer von Zulj brachte Sturm auf den Weg.
    foto: apa/scheriau

    Der verwandelte Elfer von Zulj brachte Sturm auf den Weg.

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