IPv4-Adressen werden knapp: Betrüger fälschen Sterbeurkunden

25. Oktober 2017, 16:14
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In einem Jahr 250.000 Adressen wegen Betrugsverdacht zurückgezogen

Es wird eng im IPv4-Adressraum, während der Nachfolger IPv6 sich nur langsam ausbreitet. Laut Google-Statistik kommt dieser zwar mittlerweile auf einen Anteil von 20 Prozent bei Suchanfragen, im Umkehrschluss heißt dies jedoch auch, dass vier von fünf Eingaben immer noch von Systemen mit IPv4-Adresse erfolgen.

Verzweifelte Maßnahmen

Die zunehmende Knappheit führt mitunter zu Skurrilitäten, berichtet Heise. Insgesamt etwa 250.000 Adressen wurden von der Adressverwaltung RIPE NCC im vergangenen Geschäftsjahr zurückgezogen, verteilt auf 65 Fälle von Betrugsverdacht. Dabei greifen Adressdiebe mittlerweile zu sehr dreisten Methoden. So wurden den Administratoren mitunter schon gefälschte Sterbeurkunden vorgelegt, um sich fremde Adressen sichern zu können.

Die Anzahl der Betrugsversuche hat sich im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht. Die Anzahl der tatsächlich aus unterschiedlichen Gründen wieder frei gewordenen Adressen belief sich auf 30.000.

foto: ripe ncc
Die Mitgliederentwicklung beim RIPE NCC.

Rapides Mitgliederwachstum

Auch ein anderes Phänomen konnte man beim RIPE NCC beobachten. Da man seit 2012 Adressen nicht mehr regulär verteilt, aber neuen Mitgliedern ein kleines Kontingent zur Verfügung stellt, ist die Mitgliederzahl auf 17.000 hochgeschnellt. Die Zahl hat sich binnen fünf Jahren also mehr als verdoppelt, Anfang 2012 waren erst knapp 8.000 lokale Internet-Registrarstellen dabei. (red, 25.10.2017)

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    Adressdiebe versuchten, aktuelle Inhaber mit gefälschten Dokumenten für tot erklären zu lassen.

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