Österreich: Füße sind das am häufigsten genutzte Verkehrsmittel

    26. Oktober 2017, 07:00
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    Die Wiener sind die fleißigsten Fußgänger des Landes. Österreichweit ist das Potenzial für mehr Fußgängerverkehr groß, jede 15. Autofahrt ist kürzer als ein Kilometer

    Der Nationalfeiertag ist für viele auch Wandertag. Gehen ist in Österreich auch im Alltag eine wichtige Mobilitätsform, wie eine aktuelle Analyse des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) zeigt. 67 Prozent der über 15-Jährigen gehen für Alltagserledigungen täglich Strecken, die länger als 250 Meter sind, sogar 87 Prozent zumindest mehrmals die Woche. Zum Vergleich: 61 Prozent fahren mehrmals die Woche mit dem Auto, 31 Prozent sind häufig mit dem Fahrrad unterwegs und 27 Prozent fahren häufig mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

    "Gehen ist gemeinsam mit Radfahren die gesündeste und umweltfreundlichste Form der Mobilität und zudem sehr kostengünstig. Mit einer halben Stunde zu Fuß gehen kann eine Distanz von rund zwei Kilometer zurückgelegt werden. Immerhin 18 Prozent der Alltagswege in Österreich sind kürzer als ein Kilometer", sagt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer.

    Im Bundesländer-Vergleich wird in Wien am meisten zu Fuß gegangen. In Wien sind 75 Prozent täglich zu Fuß unterwegs, in Salzburg und Tirol jeweils 68 Prozent und in Vorarlberg 66 Prozent. Die wenigsten sind in der Steiermark täglich zu Fuß unterwegs, nämlich nur 60 Prozent.

    Großes Potenzial

    Insgesamt wird in der Stadt mehr zu Fuß gegangen als am Land. In Gemeinden mit weniger als 20.000 Einwohnern werden 63 Prozent der Strecken zu Fuß zurücklegt.

    Dass in Österreich das Potenzial für mehr Fußgängerverkehr groß ist, zeigt sich auch daran, dass jede 15. Autofahrt kürzer als einen Kilometer ist. Der VCÖ spricht sich für eine fußgängerfreundlichere Verkehrsplanung im Ortsgebiet aus. Mit verkehrsberuhigten Zonen, Tempo 30 statt 50, ein durchgängiges Netz an Gehwegen, die ausreichend breit sind und übersichtlichen Übergängen kann die Verkehrsplanung dazu beitragen, dass mehr kurze Strecken zu Fuß gegangen werden.

    Zersiedelung und Supermärkte am Ortsrand führen zudem dazu, dass kurze Strecken mit dem Auto gefahren werden. Eine gute Nahversorgung wiederum trägt dazu bei, dass die täglichen Einkäufe zu Fuß erledigt werden. Der VCÖ schlägt daher – für mehr Gesundheit und zum Schutze der Umwelt – einen Klimaschutz-Bonus für Nahversorger vor. Lebensmittelgeschäfte, die im Ortszentrum und nicht außerhalb liegen bzw. sich ansiedeln, sollen einen Bonus erhalten.

    Anteil der Bevölkerung über 15 Jahre, der täglich im Alltag Strecken von mehr als 250 Metern zu Fuß unterwegs ist:

    Wien: 75 Prozent

    Salzburg, Tirol: 68 Prozent

    Vorarlberg: 66 Prozent

    Niederösterreich: 65 Prozent

    Oberösterreich: 64 Prozent

    Burgenland, Kärnten: 62 Prozent

    Steiermark: 60 Prozent (red, 26.10.2017)

    • Ein Großteil der Österreicher nutzt täglich bzw. mehrmals die Woche die Füße für Alltagswege, die länger sind als 250 Meter.
      foto: heribert corn

      Ein Großteil der Österreicher nutzt täglich bzw. mehrmals die Woche die Füße für Alltagswege, die länger sind als 250 Meter.

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